Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 30. Januar 2001

"Nicht alles schlechtreden"

Debatte über ÖPNV-Tarif - Seniorenkarte entfällt ab 1. April

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Umstellen vor dem Einsteigen: Ab April gibt es die Seniorenkarte nicht mehr; Foto: M. Rulfs

Die Kooperationspartner CDU und SPD haben sich am Donnerstag mit ihrem gemeinsamen Antrag durchgesetzt: Der Zonentarif von Stadtverkehr Lübeck, der zum 1. April eingeführt wird, bleibt unverändert, aber "die sich im Einzelfall ergebenden sozialen Härten" sollen durch eine Sonderregelung für Rentnerinnen und Renter mit geringem Einkommen sowie "wirtschaftlich ähnlich gestellten Personen" aufgefangen werden - finanziert von der Hansestadt Lübeck, nicht von den Stadtwerken. Bis zur Haushaltsberatung im Februar soll der Bürgermeister einen entsprechen-
den Vorschlag der Bürgerschaft vorlegen. Die Anträge der Bündnisgrünen auf Erhalt der Se-
niorenkarte und auf Zurücknahme der neuen Tarifstruktur wurden abgelehnt.

Ausführlich diskutierten die lübschen Kommunalpoliti-kerInnen noch einmal das Für und Wider der geplanten Tarifstruktur. Die parteilose Abgeordnete Antje Jansen etwa beklagte, daß Personen, "die auf den Bus angewiesen sind, künftig mehr bezahlen müssen." Damit müßten diejenigen, "die sowieso schon wenig in der Tasche haben, die Zeche der Stadtwerke zahlen." Und sie warnte davor, daß eine Preiserhöhung bisher immer zum Rückgang von Fahrgästen geführt habe.

Dagegen verteidigte Ulrich Pluschkell von der SPD, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender von Stadtverkehr Lübeck, den neuen Tarif. Schließlich würden 75 Prozent aller Fahrten innerhalb der künftig geltenden Zonen stattfinden und nicht zonen-überschreitend. Damit würden die Fahrten "für einen erheblichen Teil" der Fahrgäste preiswerter. Außerdem solle man es nicht schlechtreden, "wenn die Stadtwerke offensiv in den Markt gehen". Denn schließlich sei nicht alles unsozial, nur weil es etwas koste.

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