Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 06. Februar 2001

"Lübeck ist kinderfreundlich"

Lob vom Kinderschutzbund - Bericht zur Jugendhilfeplanung vorgelegt

Der Bereich Jugendarbeit der Hansestadt Lübeck hat vergangene Woche einen Bericht vorgelegt, in dem die Angebote für Kinder und Jugendliche in Lübeck dargestellt und bewertet werden. Dabei sei es nicht nur darum gegangen, "das Gute aufzudecken, sondern auch zu benennen, wo Defizite herrschen", sagte der zuständige Senator UlrichMeyenborg bei der Vorstellung der Ergebnisse. Gleichwohl zeige die Erhebung, daß sich die bisherige Schwerpunktsetzung als richtig erwiesen habe.

Die Basis des Berichts bildet eine Befragung von 24 Einrichtungen der Jugendarbeit mit Schwerpunkt "offene Arbeit". Dabei haben sich Parallelen gezeigt zum kürzlich veröffentlichten Gesundheitsbericht: Insbesondere in den Stadtteilen Buntekuh, Moisling und Innenstadt, teilweise auch St. Lorenz-Süd und St. Lorenz-Nord, können überproportional Kinder und Jugendliche mit sozialen Benachteiligungen vermutet werden. Daher ist gerade für diese Stadtteile ein ausreichendes Angebot für Kinder und Jugendliche erforderlich. So hat die Bewertung des Angebots unter anderem deutlich gemacht, daß

*die Innenstadt und Kücknitz relativ gut mit Angeboten versorgt sind

*in St. Jürgen weitere Angebote geschaffen werden müssen

*Buntekuh zwar scheinbar gut mit Angeboten für Kinder und Jugendliche versorgt ist, aber aufgrund der schwierigen Situation des Stadtteils das Angebot ausgebaut werden muß

*sowohl in St. Lorenz-Süd als gerade auch im großen Stadtteil St. Lorenz-Nord das Angebot nicht ausreichend beziehungsweise nicht genug abgesichert ist und oft nur spezielle Zielgruppen erreicht werden

*in den vergleichsweise abgelegenen Stadtteilen wie Moisling, Kücknitz und Travemünde weitere jugendadäquate - zum Teil auch kommerzielle Angebote wie Kinos und Diskotheken - fehlen und daß in Travemünde dringend personelle Verstärkung zur Absicherung des einzigen Angebots erforderlich ist.

Um zu verläßlichen Bedarfs- einschätzungen zu gelangen, sollen künftig derartige Befragungen auf weitere Formen der Jugendarbeit ausgeweitet werden: Dann sollen auch die Aktivitäten der Jugendverbände, der Kirchengemeinden, von Sportvereinen, Feuerwehren und anderen Institutionen erfaßt werden, die Angebote für Kinder und Jugendliche machen.

Noch Lücken im Angebot

Im Bericht werden Vorschläge aufgezeigt, Lücken im Angebot zumindest teilweise zu schließen. Dies wird vor dem Hintergrund der sich verschärfenden finanziellen Situation der Hansestadt Lübeck nicht einfach werden und verlange von allen Beteiligten weiterhin viel Kreativität und hohen Einsatz, betonte der Senator.

Der Fachbereich Kultur, der seit 1. Juli 2000 alle Bereiche des Jugendamts unter seinem Dach verwaltet, bemühe sich verstärkt um die Nutzung von Synergieeffekten, um an den Schnittstellen (wie Jugendarbeit/Jugendhilfe/Schule/Kita) kosten- günstige Lösungen zu finden.

Insgesamt zeige der Bericht aber auch, daß Lübeck für Kinder und Jugendliche eine ganze Menge zu bieten hat. Dies wurde erst kürzlich von Expertenseite bestätigt: "Lübeck ist kinderfreundlich" stellte die zweite Vorsitzende des Kinderschutz- bundes, Erika Knaack, fest und nannte beispielhaft den Bauspielplatz in Kücknitz, die Skateranlage an der Kanalstraße, die Ferienpaß-Aktion der Stadt und das Streetworkerprojekt.

Der Bericht vervollständigt die Jugendhilfeplanung, nachdem bislang bereits über den Bereich Kindertagesbetreuung regelmäßig und über den Bereich Jugendhilfe erstmals im Herbst 2000 berichtet worden ist. Damit kommt die Hansestadt als öffentlicher Träger der Jugendhilfe ihrer Verpflichtung nach, die Angebote für Kinder und Jugendliche darzustellen, den Bedarf zu ermitteln und mittels Maßnahmenplanung die Sicherung und Weiterentwicklung des Angebots zu gewährleisten.

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