Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 06. Februar 2001

Warum die Synode im Rathaus tagt

Eine Lübecker Besonderheit - Ralf Meister zum Propst gewählt

1620603.gif
Ralf Meister; Foto: Privat

Das gibt es nur in Lübeck: Das Kirchenparlament berät und beschließt traditionell seine Finanzen im Rathaussaal der Bürgerschaft und wählt dort auch den Propst - so geschehen am vergangenen Dienstag.

Diese kirchliche und weltliche Verbundenheit hat historische Gründe: Im Jahr 1895 erhielt die Kirche ihre erste eigene Verfassung mit einem gewählten Parlament, der Synode. Seitdem war der Senat nicht mehr oberster Kirchenherr, beteiligte sich in Lübeck jedoch weiterhin an den Beratungen, ein in Deutschland einmaliger Vorgang. Erst 1921 endete die vierhundertjährige Geschichte des staatlichen Kirchenregiments. Kirche und Senat hielten jedoch an alten Rechten fest. Weiter wurden städtische Urkunden und Schätze in der "Trese" in St. Marien aufbewahrt, der Senat führte den Brauch fort, bei besonders feierlichen Gelegenheiten seine Sitzungen mit einem Got-tesdienst einzuleiten. Erst nach 1945 vollzogen Kirche und Staat eine weitere Trennung. Aber selbst heute noch tagt die Sy-node im Rathaus.

Übrigens: Ralf Meister, 38, bisher Leiter des Evangelischen Rundfunkreferates in Kiel, wurde vergangene Woche zum neuen Propst Lübecks gewählt.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de