Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 20. Februar 2001

Editorial

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Das geplante Bauvorhaben auf dem Lübecker Markt ist ein besonderes Thema in dieser Ausgabe (siehe links). Da bietet sich zugleich ein Blick in die unmittelbare Nachbarschaft an - auf
St. Marien. Die Kirche ist immer wieder ein Opfer allzumenschlicher Bedürfnisse. Wenig tröstlich ist dabei, daß auch andere Städte mit diesem Phänomen zu kämpfen haben; trotzdem lohnt ein Blick über den berühmten Tellerrand - der angesichts des Themas zutreffender ein "Urinal-Rand" wäre: Die Niederländer haben in der Stadt Groningen für ihre Martinikirche eine Lösung gefunden. Zwei Künstler haben einen Zaun entworfen, der aus Eisenpfeilern in Form von
Bischofsstäben besteht. In jedem dieser "Stäbe" hängt eine Lampe, so daß künftig jeder, der sich öffentlich an der Kirche entleeren will, dies unter "Beleuchtung" tun muß - das soll abschreckend wirken, hoffen unsere Nachbarn.

Ob nun die "Flutlichtbeleuchtung" die instinktlosen Pa(i)ssanten abhält, oder die "Bischofsstäbe" die christlichen Werte ins Gedächtnis und vor das menschliche Bedürfnis rufen, halten wir für zweitrangig; Hauptsache, die Männer lassen künftig von ihrem respektlosen Tun ab. Denn die öffentliche Erleichterung widerspricht nicht nur den Benimm-Regeln des christlichen Abendlandes sondern die Harnsäure schädigt auch die Steine - sagen die niederländischen Experten. Mit Zeigefinger: Ihre SZ-Redaktion

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