Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 20. Februar 2001

Der Zeichner Heinrich Mann

Ausstellung im Buddenbrookhaus - Neues Konzept hat sich bewährt

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Heinrich Manns späte Zeichnungen mit Erinnerungen an seine Vaterstadt - hier eine Szene 1888 am Hafen; Foto): Buddenbrookhaus

Es kommt einer kleinen Sensation gleich, was das Heinrich- und Thomas-Mann-Zentrum (HTMZ) vom 26. August bis 28. Oktober präsentiert: Heinrich Mann als Zeichner. Ein Viertel der knapp vierhundert Zeichnungen, die Mann (1871-1950) in seinem letzten Lebensjahrzehnt schuf, ist dann im Buddenbrookhaus zu sehen. Bekannt waren bisher lediglich eine Handvoll früher Zeichnungen Heinrich Manns, die der Ostberliner Aufbau-Verlag 1974 unter dem Titel "Die ersten 25 Jahre" veröffentlichte und die sich mit Manns Kindheit und Jugend befaßten. Daß der bedeutende Literat im amerikanischen Exil sich - nach jugendlichen Anfängen - wieder dem Zeichnen zuwandte, ist lediglich aus einer Tagebuchnotiz (1950) von Bruder Thomas nach Heinrichs Tod ersichtlich.

Vor fünf Jahren hat ein in Hamburg lebender Biograph des Schriftstellers Lion Feuchtwanger in dessen Nachlaß in der Universität von Los Angeles nun diese Zeichnungen aufgespürt. Sie behandeln sein Umfeld, sind aber auch Zyklen zu literarischen Texten - etwa zu Voltaire. 250 davon werden zum Start der Ausstellung, die von Lübeck aus in einige deutsche Städte und dann ins Ausland geht, vom Göttinger Steidl-Verlag publiziert.

Heinrich und die Frauen

Dr. Hans Wißkirchen, Leiter des Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrums, verrät: "Für diese Ausstellung mit dem Arbeitstitel ,Grenzgänger' wird das gesamte Zwischengeschoß des Buddenbrookhauses ,ausgeräumt'."

Dem älteren der beiden Schriftsteller-Brüder gilt in diesem Jahr also verstärkte Aufmerksamkeit. Davon zeugt auch die Frühjahrstagung der Heinrich-Mann-Gesellschaft, die am 31. März und 1. April dem über- aus reizvollen Thema "Heinrich Mann und die Frauen" gewidmet ist.

Doch auch der Nobelpreisträger Thomas Mann kommt nicht zu kurz. Nach dem Ereignis des vergangenen Jahres mit "100 Jahre Buddenbrooks" (Beendigung des Manuskripts) wird in diesem Jahr des Erscheinens dieses Romans im Fischer Verlag gedacht.

Die internationale Tagung der Thomas-Mann-Gesellschaft beschäftigt sich vom 25. bis 28. Oktober denn auch unter dem Titel "Buddenbrooks im europäischen Kontext" mit dem Thema, was um 1901 noch alles auf dem literarischen Sektor geschah.

Lange erwartet, erscheint im Herbst zur Frankfurter Buchmesse endlich der erste Band der neuen kritischen Thomas-Mann-Ausgabe. In Lübeck allerdings wird er erstmals mit einem Rahmenprogramm der

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