Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 20. Februar 2001

Politik hat Vorbildfunktion

Zum "Offenen Brief" von Lübecker Reinigungsbetrieben. SZ vom 6. Februar

Es ist wie in der Vergangenheit: Herr Bockholdt kämpft um Aufträge und Gewinne. Er nutzt hierzu seine Mitarbeiter aus, indem er sie zu einer Demonstration aufruft - beziehungsweise "befiehlt"?

Jeder Teilnehmer sollte sich folgende Fragen stellen:

*Wem nützt die Demonstration?

*Ist es schlecht, wenn die Stadt ihren Reinigungskräften mehr zahlt, als es die Reinigungsfirmen tun?

*Wenn "nein": Warum wird dann dagegen demonstriert?

*Treten Gebäudeschäden wie Hausschwamm durch besseres Putzen der Fußböden weniger oft auf?

*Ist es eigentlich sozial gerechtfertigt, wenn wieder einmal in den niedrigsten Lohngruppen gespart werden soll?

*Wieso spare ich Geld, wenn anstatt der eigenen Personalkosten die Kosten einer anderen Firma als Sachkosten gezahlt werden müssen?

Ich gehe einen Schritt weiter:Sagt Herr Bockholdt immer die Wahrheit? Er behauptet, daß das Tarifniveau nicht gesenkt wird. Seine MitarbeiterInnen erhalten jedoch eine geringere Vergütung als die StadtmitarbeiterInnen. Dies bestätigte mir ein "Demonstrant" am Stand der Lübecker Gebäudereiniger anläßlich einer kurzen Diskussion. Nur dann kann nämlich gespart werden.

Die Politik muß doch wohl noch eine gewisse Vorbildfunktion behalten dürfen. Es reicht doch wirklich, wenn sich die Wirtschaft aus der gesamtpolitischen Verantwortung für unser Gemeinwesen verabschiedet.

Ich kann nur hoffen, daß einige Sozialdemokraten ihren Bürgermeister noch rechtzeitig zurückhalten können - damit sie ihren Namen behalten können.

Herbert Griese, Lübeck

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