Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 01. Mai 2001

Faszination Mittelalter im Museum

Das Beichthaus birgt ab 2002 archäologische Schätze aus Lübeck

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Noch steht das Beichthaus leer.; Foto: M. Erz

Am 19. Oktober 2000 hat die Bürgerschaft beschlossen, im Beichthaus des Burgklosters ein Archäologisches Museum einzurichten. Für die Sanierung des vorgesehenen Gebäudes waren bereits vorher insgesamt 3,2 Millionen Mark bei der Possehlstiftung, bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und über Städtebauförderungsmittel eingeworben worden, so daß der städtische Haushalt nicht belastet werden muß. Das Archäologische Museum soll mit einer Sonderausstellung im Herbst 2002 eröffnet werden. Zur Einstimmung und Vorbereitung wird der Bereich Archäologie in der Stadtzeitung ausgesuchte Funde oder Fundgruppen vorstellen - und zwar jeweils in der letzten Ausgabe des Monats, beginnend Ende Mai. Diese Funde werden dann im folgenden Monat in Form einer kleinen Ausstellung im Foyer des Rathauses zu sehen sein.

Auch wenn die Finanzierung des Museums über Drittmittel gesichert wurde, mag trotzdem die Frage gestellt werden, ob die Hansestadt sich eine weitere kulturelle Einrichtung leisten kann, wenn gleichzeitig über schmerzhafte Einschränkungen des sozialen Netzes diskutiert wird. Dazu einige Informationen:

Lübeck ist die archäologisch am besten untersuchte Stadt Nordeuropas und verfügt aufgrund seiner umfangreichen Ausgrabungen in den letzten 50 Jahren über den bedeutendsten Fundkomplex zur Stadtarchäologie (rund 2,5 Millionen Einzelfunde). Das Spektrum der Funde ist außerordentlich reich, es reicht von Kleinfunden wie Spielzeug oder Geschirr über komplette Brunnenanlagen oder Holzhäuser bis zu kunsthistorischen Kostbarkeiten wie Schmuckstücke, Madonnenfiguren oder syrischen Gläser mit sechsstelligen Versicherungswerten. Folglich erbrachten die archäologischen Forschungen auch vollkommen neue Ergebnisse zur frühen Geschichte der ehemaligen Königin der Hanse. Das betrifft die Siedlungs- und Baugeschichte, vor allem aber auch die Geschichte der mittelalterlichen Alltagskultur. Die Eintragung Lübecks in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO erfolgte ausdrücklich auch aufgrund seiner archäologischen Forschungstätigkeit.

Funde präsentieren

Insgesamt sind die Arbeiten der Archäologie durch einen mittlerweile dreistelligen Millionenbetrag über Drittmittelprojekte gefördert worden, wie die VW-Stiftung, Possehl-Stiftung, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Deutsche Forschungsgemeinschaft und Arbeitsamt. Es ist zu Recht immer wieder gefordert worden, daß dieser enorme finanzielle Einsatz sich nicht nur in Form von wissenschaftlichen Publikationen und Vorträgen niederschlagen dürfe, sondern daß die Ergebnisse einer breiten

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