Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. Juli 2019

Ausgabe vom 08. Mai 2001

Menschenunwürdig im "Papa-Mobil"

Feuerwehr findet Lösung für Transport von schwerstgewichtigen Patienten

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Stellte sich als Model bereit: Rüdiger Haushalter, stattlicher SPD-Politiker mit mehr als 200 Kilogramm ; Foto: M. Langentepe

Die Deutschen werden immer dicker. Doch wie können Menschen sicher transportiert werden, die mehr als nur schwergewichtig sind? Die Lübecker Berufsfeuerwehr (BF) hat jetzt mit der Hilfsorganisation Johanniter Unfallhilfe eine Lösung gefunden: Ein Fahrzeug der Johanniter, das im Behindertentransport eingesetzt wird, ist so umgebaut worden, daß breite Krankenhausbetten transportiert werden können. Das Bett wird im Fahrzeug gesichert und bleibt auch bei etwaigen Vollbremsungen in seiner Lage.

Die Umbaukosten von rund 15 000 Mark übernehmen die Johanniter. Die BF als Träger des Rettungsdienstes zahlt im Gegenzug eine Vorhaltepauschale von 17 Mark pro Tag an die Johanniter - oder umgelegt auf alle Transporte 36 Pfennige.

Diese Kosten sollten die Krankenkassen übernehmen. Deren Antwort erboste die BF: Denn der Ersatzkassenverband sprach von einem "verspäteten Aprilscherz" und weigert sich, die Kosten zu übernehmen (Stand Redaktions- schluß).

Das ärgert Gerhard Burmester, Verwaltungsratsvorsitzender der BKK Lübeck: "Ein menschenwürdiger Transport ist durch die Krankenkassen sicher zu stellen. Das sind die Kassen ihren Mitgliedern schuldig - abgesehen von der eindeutigen Rechtslage."

Menschenwürdig wurden schwerstgewichtige Personen über 170 Kilogramm bislang tatsächlich nicht transportiert: Im Fahrzeug mit normalen Scheiben, wie im "Papa-Mobil" (BF-Vize Neumann), lagen sie nur mäßig gesichert auf den Betten.

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