Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 08. Mai 2001

Sie taten, was sie glaubten

SPD-Ortsverein stiftete ein Schild, das über die Brüder Bonhoeffer informiert

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Thomas Rother (re.) enthüllte das neue Zusatzschild an der Bonhoefferstraße, das an die Brüder Dietrich (oben) und Klaus erinnert, die 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden.; Fotos (2): Privat

Straßen, die Widerstandskämpfern gegen die Diktatur des Nationalsozialismus gewidmet sind, versieht der SPD-Ortsverein Burgtor mit zusätzlichen Informationsschildern. Im vergangenen Jahr bekam der Geschwister-Scholl-Weg ein Zusatzschild, in diesem Jahr die Bonhoefferstraße. Am Sonnabend, 28. April, enthüllte der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Rother das neue Schild.

Rother sprach die aktuellen Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus an und würdigte das Leben und Wirken der Brüder Dietrich und Klaus Bonhoeffer. Der amtierende Propst Helmut Brauer stellte die theologischen Gedanken Dietrich Bonhoeffers vor und beschrieb dessen Leidensweg bis zur Ermordung durch den NS-Staat. Eine Anwohnerin erklärte sich spontan bereit, im kommenden Jahr das Zusatzschild für die Stauffenbergstraße zu stiften.

Der evangelische Pastor Diet-rich Bonhoeffer, 1906 geboren, wurde am 9. April im Konzentrationslager Flossenbürg wegen seiner Beteiligung an der Verschwörung, die zum Aufstand des 20. Juli 1944 geführt hatte, hingerichtet. Seit 1933 leistete er Widerstand gegen das NS-Regime, seit 1934 im Rahmen der Bekennenden Kirche, und er stellte der deutschen Widerstandsbewegung seine Auslandskontakte zur Verfügung. Im April 1943 wurde er verhaftet. Aus dem Gefängnis Tegel heraus schrieb er zahlreiche Briefe, Gebete und Gedichte an Verwandte und Freunde, die nach dem Krieg in der Theologie große Bedeutung erlangten.

Sein Bruder Klaus, 1901 geboren, war Rechtsanwalt und Rechtsberater der Deutschen Lufthansa, und auch er suchte ab 1933 nach Möglichkeiten, das NS-Regime zu stürzen. Durch seine Kontakte vernetzte er den kirchlichen, militärischen und sozialdemokratischen Widerstand. Er wurde am 1. Oktober 1944 verhaftet und am 23. April 1945 erschossen.

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