Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 15. Juli 2019

Ausgabe vom 08. Mai 2001

Umbau zur "Guten Stube" der Stadt

Zu: "Diskussion um Marktbebauung". SZ vom 10. April

Die Maßnahmen zur Umgestaltung des Marktplatzes sollten doch dahingehend erfolgen, daß der Panoramablick zur Marienkirche und auf das Rathaus von der Holstenstraße aus vergrößert wird, das heißt, daß die Straße Schüsselbuden ab Braunstraße zu schließen ist und kein Geschäftsneubau auf dem Marktplatz erfolgt; Abriß des Postgebäudes sowie des Stadthauses.

Auf dem dann freiwerdenden Gelände des Stadthauses ist ein moderner Bau, jedoch mit der rekonstruierten Fassadenansicht des Gebäudes, das dort bis zum Palmsonntag 1942 gestanden hat, zu errichten. Die so gewonnene Fläche sollte man mit Grünflächen, einem Springbrunnen, also ein wenig parkähnlich aber pflegeleicht herrichten.

Der Marktplatz sollte als zentraler Platz hergerichtet werden, auf dem man sich nach einem Stadtbummel entspannt, Freunde trifft und klönen kann; ihn also als gute Stube unserer Stadt gestalten. Café Maret, der Rathauskeller sowie Niederegger haben sich bereits auf dem Marktplatz etabliert. Leerstehende Kauf-hausflächen haben wir in der Innenstadt wirklich genug. So würden an den geplanten Kaufhausflächen auf dem Marktplatz nur die Investoren ihr Geld verdienen, die dort einziehenden Geschäfte aber in ganz kurzer Zeit wieder schließen, weil die Laden-
mieten zu hoch wären, denn "Schnick-Schnack" Geschäfte haben wir in der Innenstadt nun wirklich genug.

Es ist auch davon auszugehen, daß keine langfristigen Arbeitsplätze geschaffen werden, sondern überwiegend 630 Mark-Stellen. Es muß auch Teilen der Bürgerschaftsmitglieder der Hansestadt Lübeck verständlich gemacht werden, daß sie sich verpflichtet fühlen sollten, ihre Heimatstadt als Weltkulturerbe zu betrachten.

Wenn in der ARD Sendung vom 29. April gesagt und gezeigt wird, daß die Altstadt von Lübeck einen der schönsten und über große Teile lückenlos erhaltenen historischen Stadtkern Deutschlands hat, so ist daran zu arbeiten, daß dieses Flair unserer Stadt erhalten bleibt. Sollte es bei den jetzigen Umgestaltungsplänen bleiben, so bin ich für eine Bürgerbefragung, wie der zentralste Platz der Hansestadt Lübeck zu gestalten ist, denn die Bürger der Stadt müssen in ihr leben und nicht die Investoren und Architekten.

Dieter Trauthan, Lübeck

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