Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. Juli 2019

Ausgabe vom 10. März 1998

Kleine werden größer

Stimmenverlust: Große im Abwärtstrend?

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1994: Abwärtstrend bei CDU und SPD, Sonstige³ im Aufwind; SZ-Grafik

Die beiden Parteien, die traditionell die meisten Stimmen bei den Bürgerschaftswahlen erhalten, sind im Abwärtstrend: Die SPD verlor bei der letzten Kommunalwahl an Stimmen, die CDU befindet sich bereits seit 1978 auf dem absteigenden Ast, während die kleinen Parteien, die in der Grafik unter "Sonstige" verzeichnet sind, 1994 stark an Stimmen gewonnen haben.

Bei den Kommunalwahlen 1994 war die Wahlbeteiligung mit 64,8 Prozent relativ gering. Vielleicht mit ein Grund, weshalb die Republikaner um nur 0,9 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert sind. Insgesamt entfielen auf die kleineren Parteien, 13,7 Prozent der Stimmen. Die meisten erhielt die SPD (41,3 Prozent), gefolgt von der CDU (31,7). Die Grünen waren mit 10,5 Prozent mit von der Partie.

Die F.D.P. war bis 1994 in der Bürgerschaft vertreten, unterschritt aber bei der Wahl vor vier Jahren mit 2,8 Prozent deutlich die Fünf-Prozent-Hürde.

Auffällig ist das Kommunalwahlergebnis aus dem Jahr 1951: Damals bekamen "Sonstige" 60,5 Prozent der Stimmen. Dazu zählten beispielsweise die "Wahlgemeinschaft der Einheimischen und Vertriebenen" oder der "Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten". Die SPD bekam 39,5 Prozent, CDU und F.D.P. stellten sich nicht zur Wahl.

Damals drängten die Flüchtlinge aus dem Osten herein, und es herrschte akute Wohnungsnot. Zur Kommunalwahl 1955 hatte sich die Lage offensichtlich wieder entspannt; die CDU kandidierte wieder und bekam 34,3 Prozent, die SPD 37,6 Prozent, und "Sonstige" verloren fast 40 Prozent der Stimmen.

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