Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 10. März 1998

"Nicht nur meckern, sondern aktiv werden"

10 204 Lübecker Jugendliche sind das erste Mal zur Kommunalwahl aufgerufen - Viele sind noch uninformiert

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Der Unabhängige Lübecker Jugendrat veranstaltete in der Ernestinenschule eine Probewahl; Fotos: B. Waffek (4), M. Erz (2)

Viele der 10 204 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die am 22. März das erste Mal an einer Kommunalwahl teilnehmen können, wollen gar nicht. Wie berichtet, hat eine nicht repräsentative Umfrage der Thomas-Mann-Schule und der Oberschule zum Dom ergeben, daß nur 379 von 800 befragten Jugendlichen überhaupt zur Wahl gehen wollen, 263 sind unentschlossen, und 158 wissen bereits, daß sie sich auf keinen Fall ins Wahllokal begeben werden. Auffällig war für das Umfrageteam, daß sich drei Viertel aller Befragten noch nicht über die Wahl informiert hatte.

Höchstes Entscheidungsgremium

172 601 Wahlberechtigte wählen in Lübeck die Gemeindevertretung. Sie ist das höchste demokratische Organ der Stadt und wird, wie auch in Hamburg und Bremen, Bürgerschaft genannt. Die Bürgerschaft bestimmt laut Heinz Meußler vom Bereich Wahlen vor allem darüber, wieviel Geld die Hansestadt Lübeck und ihre Betriebe ausgeben, und auch, wofür es ausgegeben wird. Im Jahr sind das insgesamt durchschnittlich 2,3 Milliarden Mark. Die Bürgerschaft besteht aus 49 Abgeordneten. Die meisten Parteien, die zur Wahl zugelassen sind, stellen in allen 27 Wahlkreisen ihre Spitzenkandidaten auf. Wer im jeweiligen Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, wird Abgeordneter der Bürgerschaft. Die anderen 22 Abgeordneten werden über Liste gewählt: Die Partei, die die meisten Stimmen einheimst, bekommt die meisten Abgeordneten in die Bürgerschaft, und zwar die Favoriten, die ganz oben auf ihrer Liste stehen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, seine Stimme abzugeben. Wer am 22. März zwischen 8 und 18 Uhr keine Möglichkeit hat, kann bis 20. März Briefwahlunterlagen schriftlich anfordern. Die ausgefüllten Unterlagen müssen aber, wenn sie für die Wahl berücksichtigt werden sollen, am 22. März bis 18 Uhr im zuständigen Wahlbezirk vorliegen.

Wer will, kann auch jetzt schon wählen, und zwar mit Wahlbenachrichtigungskarte und Personalausweis im Großen Börsensaal des Rathauses: Montags bis mittwochs von 8.30 bis 15.30 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr und freitags bis 13.30 Uhr. Fragen zur Wahl beantwortet Stefan Faasch unter Telefon 0451/16021240.

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