Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 10. März 1998

IM GESPRÄCH

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Warum zur Wahlurne pilgern? Heinz Meußler ist Leiter des Bereichs Wahlen der Hansestadt Lübeck Foto: M. Erz

SZ: Warum halten Sie eine große Wahlbeteiligung für wichtig?

Meußler: Entziehen kann sich ohnehin niemand, auch nicht die Nicht-Wähler. Denn die Stimmen, die nicht abgegeben werden, gehen nur scheinbar ins Leere.

Wem nützen die nicht abgegebenen Stimmen etwas?

Meußler: In der Endauszählung, wenn es um Prozente und damit um die Sitzverteilung in der Bürgerschaft geht, kommen die Stimmen der Nicht-Wähler auch den Radikalen zugute.

Aber die Nicht-Wähler haben sich doch für gar keine Partei entschieden.

Meußler: Man kann davon ausgehen, daß die meisten Nicht-Wähler lediglich politisch desinteressiert sind, aber auch nicht mit radikal orientierten Parteien sympathisieren. Eben dies bringen sie aber nicht zum Ausdruck, weil sie überhaupt keine Stimme abgeben. Dadurch verschiebt sich das Wahlergebnis. Davon profitieren vor allem die kleinen Parteien. Unter ihnen befindet sich in diesem Jahr auch Bündnis Rechts.

Können Sie Ihre Befürchtung an einem Beispiel verdeutlichen?

Meußler: Ganz vereinfacht dargestellt: Entscheiden sich von 100 Wählern zehn für Zwetschen, 40 für Birnen und 50 für

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