Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 24. Juli 2001

An Stauffenberg erinnern

Ein Schild informiert über Widerstandskämpfer

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Margret Berki-Hagemeister enthüllt das Schild.; Foto: C. Kautz

Nach und nach versieht der SPD-Ortsverein Burgtor Lübecks Straßen, die Widerstandskämpfern gegen die Diktatur des Nationalsozialismus gewidmet sind, mit zusätzlichen Informationsschildern. Am Freitag wurde im Rahmen einer Gedenkfeier das Zusatzschild der Stauffenbergstraße von der Spenderin Margret Berki-Hagemeister und der SPD-Landtagsabgeordneten Renate Gröpel enthüllt.

Die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Andrea Hinz: "Dies ist - nach der Geschwister-Scholl-Straße und der Bonhöffer-Straße - die dritte Straße, die wir mit einem Hinweisschild versehen können." Margret Berki-Hagemeister hatte sich bei der Enthüllung des letzten Schildes spontan zur Spende entschlossen: "Mein Mann war von 1944 bis1945 im Konzentrationslager Mauthausen."

Im nächsten Jahr soll auch das Straßenschild der Goerdelerstraße mit einem Zusatzschild versehen werden.

HINTERGRUND

Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) wurde am 15. November 1907 auf Schloß Jettingen bei Günzburg (Schwaben) geboren. Er war ein Nachkomme des preußischen Generals von Gneisenau und stand stark unter dem Einfluß des konservativen Dichters Stephan George. In dieser Zeit glaubte er fest an die Wiedergeburt der Größe Deutschlands.

Erste Zweifel am Nationalsozialismus weckte in ihm die Reichskristallnacht. Im Juni 1940 berief man ihn in das Oberkommando des Heeres. Kontakte mit Hennig von Treskow und Fabian von Schlabrendorff und eigene Erlebnisse an der Ostfront wandelten seine politische Position und ließen ihn schnell eine führende Position in der Widerstandbewegung erreichen.

Im Februar 1943 wurde Stauffenberg in Tunesien schwer verwundet. In der Zeit danach reifte der Entschluß, seine gesamte Kraft in den Dienst des Widerstandes zu stellen und Hitler zu beseitigen.

Als Stabschef hatte er Zugang zu geheimen Informationen und zu Hitlers Hauptquartier. Ein geplanter Anschlag auf Hitler, Göring und Himmler wurde abgeblasen. auch ein zweites Attentat verschoben. Am 20. Juli 1944 versteckte er eine Aktentasche mit einer Bombe in Hitlers Hauptquartier. Nur durch einen Zufall überlebte Hitler.

Als die Nachricht von dem mißlungenen Attentat Berlin erreichte, wurden v. Stauffenberg und drei Mitverschwörer verhaftet. Ein "Standgericht" verurteilte die vier zum Tode, am gleichen Tag wurden sie im Hof des Oberkommandos der Wehrmacht erschossen.

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