Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 24. Juli 2001

Schüler pflanzen Hain für Bertold Katz

Gruppe reist im September nach Israel - Beste Wünsche von Peter Oertling

1860703.jpg
Gehen im Herbst auf Reise: Schüler aus Lübeck Foto: N. Neubauer

"Ich bin wahnsinnig gespannt", sagt Kirsten Voigt. Kirsten ist eine von 25 Schülern und Schülerinnen, die Ende September für zwölf Tage nach Israel reisen. Momentan verschlinge sie regelrecht Bücher über die Geschichte Israels und die aktuelle politische Situation im Nahen Osten. "Ich lese alles, was ich kriegen kann."

In der vergangenen Woche hat Stadtpräsident Peter Oertling (SPD) die Schüler im Rathaus empfangen, um ihnen die besten Wünsche mit auf die Reise zu geben. Oertling nannte die Schüler Lübecker Botschafter und bat sie das weiterzugeben, was sie auf der Reise lernten. "In Israel und in Palästina werden sie auf weltoffene Menschen treffen", sagte er.

Zum zweiten Mal bereits fährt eine Gruppe Lübecker Schüler nach Israel. Bei der ersten Reise vor zwei Jahren war Stadtpräsident Peter Oertling dabei, dieses Mal reist er nicht mit. Die Gruppe, die sich aus Schülern der Ernestinen-, Thomas-Mann- und der Leibnitz-Schule (Bad Schwartau) zusammensetzt, begleiten drei Lehrer und Pastorin Ingrid Homann.

Auch wenn Stadtpräsident Oertling nicht mit von der Partie ist, so hat er sich doch dafür stark gemacht. Er setzte sich bei Stiftungen, unter anderem bei der Possehl-Stiftung, Edith-Fröhnert-Stiftung, Springer und bei der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, für die Unterstützung der Fahrt ein. Mit Erfolg: Von den rund 2500 Mark, die die Reise pro Teilnehmer kostet, übernehmen rund 1500 Mark Sponsoren.

Im Vordergrund der Studienfahrt vom 28. September bis zum 10. Oktober steht die Auseinandersetzung mit dem Judentum, dem Christentum und dem Islam. "Die Schüler werden mit Zeitzeugen des Holocaust sprechen", erläutert Michael Leberke, einer der drei Lehrer, die Inhalte der Reise. "Die direkte Auseinandersetzung mit dem Thema ist ja etwas ganz anderes als über den Holocaust zu lesen." Bei der ersten Reise habe sich gezeigt, daß die Schüler auf diese Weise mehr lernten.

Vorausgegangen war vor zwei Jahren eine Studienfahrt nach Israel. Anlaß war das 50jährige Bestehen des Staates Israel. Damals reiste Stadtpräsident Peter Oertling zusammen mit Schülern, Lehrern und Bürgerschaftsmitglieder sowie Mitgliedern der Domgemeinde nach Israel. Sie pflanzten den "Lübeck-Hain", der aus Spenden Lübecker Bürger finanziert wurde.

Auch Kirsten Voigt und ihre Mitschüler und Mitschülerinnen werden im Herbst Bäume pflanzen: Geplant ist ein "Bertold-Katz-Hain" im "Wald deutscher Länder" in der Negev-Wüste. Dort gibt es Pflanzungen zur Begrünung der Wüste. Bertold Katz war Kantor der Synagoge in Lübeck. Er starb im vergangenen Jahr.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de