Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 10. März 1998

Verstöße bleiben meist ohne Folgen

Zu: "Unnötiger Qualm aus Taxirohren". SZ vom 24. Februar

Warum sollten sich Taxifahrer an geltende Gesetze und Verordnungen halten?

Andere Verkehrsteilnehmer brauchen das doch auch nicht. Seien es Radfahrer auf Fußwegen, unbeleuchtete Fahrräder im Dunkeln, parkende Autos auf Fuß- oder Radwegen, unbeachtete rote Ampeln oder überhöhte Geschwindigkeiten. Seien es Busfahrer, die am Lindenplatz die Verkehrsregelung übernehmen oder die am Kohlmarkt Radfahrer abzudrängeln versuchen.

In der Regel wird es keine Folgen haben und wenn es einmal ein Einschreiten der Polizei oder der Ordnungsbehörde gibt, kostet es maximal ein besseres Trinkgeld. Geradezu lächerlich ist es, wenn für eine per Lichtschrankenmeßanlage mit Foto festgestellte Geschwindigkeitsüberschreitung ein Verwarnungsgeld von 20 Mark erhoben wird.

Allein die Kosten liegen darüber. Auf diese Art macht sich unser Rechtsstaat immer mehr lächerlich und niemand darf sich wundern, wenn eines Tages auch der vernünftigste Verkehrsteilnehmer fragt: "Soll ich der letzte sein, der sich noch an die Regeln hält ?"

Roland Gangl, Badendo

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