Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 10. März 1998

Naziaufmarsch verhindern und Zeichen für Demokratie setzen

Neofaschisten und nationale Rechte wollen Lübeck zum Testfeld ihrer politischen Ambitionen machen. Mit dem versuchten Aufmarsch am 31. Januar in Moisling und dem militanten Auftreten bei der Sitzung des Gemeindewahlausschusses am 20. Februar gehen di

Bündnis 90 / Die Grünen

Fäden in Händen anderer

Hierbei werden die Fäden außerhalb Lübecks gezogen: Aktivisten der DVU, der NPD und der verbotenen "Nationalen Liste" in Hamburg und anderswo haben das Heft fest in der Hand. Die Kommunalwahl in Lübeck, zu der das Lübecker Bündnis Rechts zugelassen worden ist, wollen sie nutzen, um auf neuem Terrain Propaganda für ihre menschenverachtende Politik zu machen.

Zur Unterstützung dieser Kandidatur planen die Neofaschisten am 14. März einen weiteren Aufmarsch in Lübeck. Diesen gilt es zu verhindern! Der Bürgermeister ist aufgefordert, diesen Aufmarsch zu verbieten. Innenminister Wienholtz muß endlich die Erkenntnisse, die ihm über die Verfassungsfeindlichkeit des Bündnis Rechts vorliegen, nutzen und diese Organisation verbieten.

Unabhängig vom Handeln der Verantwortlichen in Stadt und Land ist aber die Bevölkerung aufgerufen, selbst aktiv zu werden: Das Lübecker Bündnis gegen Rassismus und viele andere Gruppen und Organisationen aus dem politischen, gewerkschaftlichen und kirchlichen Spektrum rufen gemeinsam zu einer Demonstration am 14. März auf (11 Uhr, Koberg), unter der Parole: "Den Naziaufmarsch verhindern! Gemeinsam gegen Faschismus!"

Die Grünen fordern alle BürgerInnen auf, sich an dieser Demonstration zu beteiligen, um ein deutliches und sichtbares Zeichen für ein demokratisches Lübeck zu setzen, daß in Lübeck auch weiterhin menschenverachtende Gruppierungen keinen Raum zur Verbreitung ihrer Ideologie bekommen.

Demonstration für Toleranz

Die Verantwortung der Politik wie aber auch der Einwohnerschaft in Lübeck ist groß: Die Brandanschläge in Lübeck, u.a. auf die Synagoge und die Vicelinkirche, die Hetzkampagnen gegen das Kirchenasyl, die Hakenkreuzschmierereien und nun das offensive Auftreten der Neofaschisten sollten uns allen Grund genug sein, am 14. März auf die Straße zu gehen, um für ein tolerantes Lübeck zu demonstrieren, das Menschenrechte und Solidarität mit den Schwachen als oberstes Ziel hat, dagegen rassistische, nationalistische und faschistische Ideen eindeutig ablehnt.

V.i.S.d.P.: Antje Jannsen

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