Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 04. September 2001

Röhre unter dem Bahngleis

Tunnelbau für Abwasser-Trennleitungen in St. Lorenz kostet 8,7 Millionen Mark

1920601.jpg
Bauleiter Ralph Heising, Polier Gerhard Bermerl und Manfred Wicke (v. r.) von den Entsorgungsbetrieben stoßen auf den Durchbruch an.; Foto: N. Neubauer

Ein Kreis von zwei Meter Durchmesser zeichnet sich in der Erde ab, dreht sich, Lehmboden bröckelt ab. Ein Dutzend behelmte Männer stehen in der zwölf Meter tiefen Baugrube im Steinrader Weg und schauen zu. Das Sektglas in der Hand.

Die Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe und der Firmen Hans Brochier, Michael Bau und Strauß & Thurow warten auf den großen Moment: den Durchschlag. Vor 15 Tagen haben Tunnelexperten in 163 Meter Entfernung mit den Arbeiten auf der anderen Seite der Bahngleise begonnen, am Dienstag vergangener Woche erfolgte dann der Durchbruch.

Für eine Regenwasserleitung mit integrierter Schmutzwasserleitung wurde dieser Rohrtunnel erstellt. Ein Spezialbohrer von einem Durchmesser größer als ein ausgewachsener Mann - nämlich 2,16 Meter - fraß sich vom Hauptbahnhof aus unter den 14 Gleisen hindurch.

Von Bahnpassagieren unbemerkt, die Züge fuhren trotz der Bohrung weiter, fräste sich der Bohrkopf einen Meter pro Stunde durch die Erdmasse und gleichzeitig wurden Rohrstränge abschnittsweise nachgezogen. Das neue Abwasserrohr hat einen Durchmesser von 1,80 Meter, in ihm ist ein weiteres von einem halben Meter Durchmesser eingehängt. In diesem kleineren wird Schmutzwasser entsorgt werden soll, in dem größeren das Regenwasser.

"Ein großer Tag", sagte Jürgen Held, Werkleiter der Entsorgungsbetriebe. Denn solch eine Technik wird nicht alle Tage eingesetzt und schon gar nicht in Lübeck.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de