Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 04. September 2001

Die Mark wird 500 Jahre alt

Geburtsort der Währung war Lübeck - Nachprägung der Eineindrittelmark

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Die Lübecker Eineindrittelmark von 1502; Foto: Schmidt-Römhild

Unbemerkt von offizieller Seite wird mit der Währungsumstellung am 1. Januar 2002 die 500jährige Geschichte der deutschen Markprägung enden. Kaum jemand weiß, daß Lübeck der Geburtsort der Mark ist.

"Es ist erstaunlich, daß dieses Jubiläum von Bundesbank und Finanzministerium übersehen wurde", meint Dr. Rolf Hammel-Kiesow von der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse. "Mich verwundert es, weil die Mark für das bundesrepublikanische Selbstverständnis so eine große Rolle spielt."

Auch Dr. Dieter Dummler, Kieferorthopäde im Ruhestand und ausgesprochener Münzexperte wundert sich: "Im Herbst habe ich den Bundesfinanzminister auf das Jubiläum aufmerksam gemacht. Er hat nicht reagiert."

Die Deutsche Mark der Währungsreform von 1948 steht in der Kontinuität deutscher Markgepräge, die im Jahr 1502 in der Reichsstadt Lübeck begann. In Lübeck rechnete man spätestens seit dem 13. Jahrhundert nach der Mark, die bis 1502 nur als Rechnungs- und Gewichtseinheit für vermünztes Silber diente.

Die Eineindrittel Mark (28,85 Gramm, 15 Lot = 937.5/1000stel fein) war der erste Guldengroschen Norddeutschlands. Sie wurde nur in Lübeck geprägt.

Seit 1502 wurden ein halbes Jahrtausend lang Marknominale geprägt: als Teile der gemeinsamen Währung des "Wendischen Münzvereins" bis 1549, vom 17. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Mark als Kurantgeld geprägt. Die Courantmark war im 19. Jahrhundert die zentrale Handelswährung des Ostseeraumes, die in Thomas Manns "Buddenbrooks" ihre literarische "Verewigung" erfuhr.

Als sich die süddeutschen und norddeutschen Staaten nicht über die Währung im zweiten Deutschen Kaiserreich einigen konnten, wurde 1871/73 die Mark zur Reichswährung.

1000 werden verkauft

Seit damals ist die Mark, 1924 die Rentenmark, dann die Reichsmark und seit 1948 die Deutsche Mark zum Symbol der Wirtschaftskraft Deutschlands geworden. Nach 500 Jahren endet die Geschichte der Markprägung nun am 31. Dezember 2001.

Die Hansestadt Lübeck gibt gemeinsam mit der Sparkasse zu diesem Anlaß eine Nachprägung der Eineindrittel Mark von 1502 heraus. Sie kostet 98 Mark und ist ab 10. September bei Sparkassen und im Touristbüro Breite Straße 62 erhältlich. Die Gesamtauflage beträgt nur 1502 Exemplare, 1000 werden verkauft.

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