Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 04. September 2001

Plakate: Ausdruck von Subkultur

Zu: "Damit die Stadt schöner wird"; SZ vom 21. August 2001

Sind Sie eigentlich nie auf die Idee gekommen, daß Plakate nicht aus Boshaftigkeit geklebt werden, sondern bestimmte Menschen ansprechen und informieren?

Das Stichwort heißt Subkultur, die ist übrigens zumeist selbstfinanziert und nicht wie das Schleswig-Holstein Musikfestival oder die MuK eine gigantische Vernichtung öffentlicher Gelder. Die sogenannte Wildplakatierung reflektiert das subkulturelle Leben in den Kneipen, Diskotheken und Konzertclubs einer Stadt. Sie sind damit auch für den durchschnittlichen Touristen unter 45 Jahren interessanter als die einheitlichen Kommerzplakate für die neue Britney Spears-Platte, die auch davon nicht schöner werden, daß sie schon in Bremen, Hannover und Kiel hängen.

Sicher wird es immer Menschen geben, die Wildplakatierungen schmuddelig oder abstoßend finden, aber ich finde auch weder den Karstadt-Bau noch den geplanten Neubau am Kohlmarkt geschmackvoll, akzeptiere aber gerne, daß andere das vielleicht schön oder zumindest praktisch finden.

Auch ein Kulturrabatt kann hier die öffentlichen Flächen nicht ersetzen, die kleinen, nicht subventionierten Clubs und Kneipen können sich keine noch höheren Werbeausgaben leisten. Ich möchte Sie deshalb auffordern, aktiv für ein Aufstellen entsprechender, freier, unentgeltlicher Plakatwände im gesamten Bereich der Stadt Lübeck einzustehen.

Christoph Beyer, Lübeck

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