Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 02. Oktober 2001

Mit Streetballturnier gegen Gewalt

Polizei organisiert zum 4. Mal Turnier für Schulen - "Coole Aktion"

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Beim Streetball lernen, Regeln zu akzeptieren.; Foto: N. Neubauer

"Hey Herr Kluth, können wir die Musik nicht lauter stellen?" Hip-Hop-Musik schallt schon ganz ordentlich über den Sportplatz Buniamshof, es bleibt also bei der Lautstärke. Thomas Kluth und seine Kollegen vom Polizeirevier 4 sind für die Kinder keine "Bullen", um die man einen großen Bogen machen müßte. Viele, die an diesem Morgen auf dem Sportplatz Buniamshof an dem vierten Streetballturnier des 4. Polizeireviers Lübecks teilnehmen, kennen die Polizisten.

Kommissar Thomas Kluth, als ehemaliger Handball-Nationalspieler sportlich ambitioniert, hat das Streetballturnier vor vier Jahren ins Leben gerufen. Seither treffen sich einmal im Jahr Jungen und Mädchen der sechsten, siebten und achten Klassen von Schulen des Stadtteils St.-Jürgen, um bei einem Turnier zu testen, wer die meisten Körbe macht. Das Sportereignis in der vergangenen Woche eröffnete Ulrich Meyenborg, Senator für den Fachbereich Kultur und zuständig für Schulen. 104 Schüler und Schülerinnen der Alten Stadtschule, der St. Jürgen- Realschule, der Grund- und Hauptschule (GHS) Grönauer Baum, der GHS Klosterhofschule und der GHS Kahlhorstschule hatten sich zu dem Turnier gemeldet.

Aus den Boxen dröhnt Hip-Hop, im Zelt, das das Deutsche Rote Kreuz zur Verfügung gestellt hat, holen sich Jungen und Mädchen nach schweißtreibenden Spielen Wasser, andere stehen an den Feldern und schauen den Teams zu. Die Spieler kleben in der Nähe des Korbs, dribbeln den Basketball, versuchen, sich ihn gegenseitig abzujagen, um einen Korbleger zu landen. Der 14jährige Eren steht zwar nicht auf deutschen Hip-Hop, aber auf Sport. Zudem: "Die Polizisten sind echt nett", meint er. Sein Freund Sascha findet das auch: "Die ganze Aktion ist super. Gegen Gewalt und so. Ich finde das toll, daß so viele Mannschaften zusammengekommen sind", sagt der Streetballer.

Keine Schiedsrichter

Mit dem Motto "Schule und Polizei - gemeinsam gegen Gewalt" will das Sportereignis der Kriminalität, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz entgegenwirken. "Wir wollen das Interesse für Sport und Freizeit wecken und hoffen, daß wir damit die Schüler auf die richtige Straßenseite holen", sagt Kluth. "Es geht um den Spaß, die Freude - nicht um Neid oder Konkurrenz." Deshalb gibt es keine Schiedsrichter, sondern nur Spielbeobachter, die aus den Reihen der Schüler stammen. Die vier Polizisten auf dem Sportplatz Buniamshof sorgen nur für den Ablauf, schenken Wasser aus, beantworten Fragen der Schüler, notieren Spielergebnisse. Streit, Unstimmigkeiten und

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