Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 02. Oktober 2001

Millionen für Krebskranke gesammelt

Mit Silberner Ehrengedenkmünze ausgezeichnet: Edith Carstensen

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Engagement macht ihr Spaß: Edith Carstensen; Foto: N. Neubauer

Sie hat über fünf Millionen Mark gesammelt - eine millionenschwere Dame ist Edith Carstensen deshalb nicht. Das Geld gab sie weiter an die Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder.

"Es macht mir Spaß, macht mich glücklich und hält mich jung", sagt Edith Carstensen und bringt die Gründe für ihre ehrenamtliche Arbeit auf den Punkt. Sie lächelt, lehnt sich zufrieden zurück in den Sessel.

Vor 15 Jahren hat sie mit einem Kinderarzt den Verein Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder gegründet, seitdem ist sie unermüdlich in der Hansestadt unterwegs, nimmt Spenden entgegen, stellt Spendenbescheinigungen aus, führt Buch über Ein- und Ausgänge. Für ihr ehrenamtliches Engagement zeichnete Bürgermeister Bernd Saxe sie am 1. Oktober mit der Silbernen Ehrengedenkmünze aus.

Ihr Engagement für Krebskranke begann mit dem Tod ihres Mannes. "1975 ist bei ihm Leukämie diagnostiziert worden. Er lebte noch drei Jahre - ohne daß er über seine Krankheit Bescheid wußte", erinnert sich die inzwischen 75jährige Frau. Edith Carstensen und der behandelnde Arzt ließen den schwerkranken Mann im Glauben, er habe eine gutartige Blutkrankheit, die mit Medikamenten behandelt werden könne. "Ich wollte nicht, daß er als Kranker von seinen Mitmenschen behandelt wird."

Nach dem Tod ihres Mannes wollte sich Carstensen engagieren, helfen. "Meine Töchter sagen immer, ich habe einen Sozialtick." Die studierte Textingenieurin besann sich ihres zeichnerischen und manuellen Geschickes, begann Scherenschnitte anzufertigen, die sie drucken ließ. Zunächst verkaufte sie sie für die Deutsche Krebshilfe; dann, als sie 1986 mit einem Lübecker Kinderarzt die Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder gegründet hatte, für den neuen Verein.

In den ersten zehn Jahren setzte die eifrige Frau mit ihren Karten, im Repertoire Motive wie das Holsten-, Burgtor oder die Silhouette der Hansestadt, 100 000 Mark um. Das heißt, sie brachte rund 60 000 Grußkarten unter die Leute. "Das Geschäft läuft heute nicht mehr so, die Leute schreiben nicht mehr."

Der Verein Lübeck-Hilfe für krebskranke Kinder hat rund 300 Mitglieder, Vorsitzende ist Edith Carstensen. Mit dem Geld, das der Verein sammelt - das sind im Jahr durchschnittlich 400 000 Mark -, werden Familien mit krebskranken Kindern unterstützt, Therapien, Ferienfahrten und Spielzeug finanziert. Zudem finanziert der Verein die Stelle eines Sozialpädagogen in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin auf der Krebsstation. Grußkarten von Edith Carstensen werden auch heute noch in der Adler-Apotheke verkauft.

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