Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 02. Oktober 2001

Patenschaften für Spielplätze?

Bereich Stadtgrün hat mehr Flächen mit weniger Arbeitskräften zu pflegen

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Verdreckte Spielplätze sind immer wieder Stein des Anstoßes - wer soll künftig Sorge tragen tragen für die Plätze?; Foto: C. Kautz

Die Bürgerschaftsmitglieder haben beschlossen, das Thema Spielplätze und Patenschaften erst einmal an den Bauausschuß zu überweisen.

Aus einem Bericht zur Sauberkeit von Kinderspielplätzen geht hervor, daß vielfach die Spielgeräte auf den Plätzen veraltet sind. Für die Renovierung solcher Spielplätze waren im vergangenen Jahr 400 000 Mark im Haushalt veranschlagt, in diesem Jahr 350 000. Nach einem Gutachten jedoch wären über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich eine Million Mark vonnöten, um die betreffenden Spielplätze auf Vordermann zu bringen. Zudem ist die Sauberkeit ein Problem, die auf einem von zehn Spielplätzen zu wünschen übrig läßt. Dort müßte täglich gereinigt werden.

Der Punkt, an dem sich die Geister scheiden, ist nicht die Sauberkeit allein. Antje Jansen, parteiloses Bürgerschaftsmitglied, hatte den Antrag gestellt, ein Gestaltungskonzept für Patenschaften von Kinderspielplätzen zu entwickeln, an dem sich runde Tische der jeweiligen Stadtteile, Kinder- und Jugendgruppen und interessierte Bürger beteiligen. Ilsabe Förster von der SPDschlug vor, das Thema an das zuständige Fachgremium zu überweisen.

"Es ist nicht die Rede davon, daß Eltern die Plätze reinigen sollen. Spielplatz-Patenschaften sind etwas ganz anderes als das, wie es in der Tageszeitung dargestellt wird", sagte Ilsabe Förster. Das Marli-Forum habe gute Erfahrungen gemacht mit solchen Patenschaften. Junge Menschen engagieren sich gern, wollen etwas Sinnvolles tun. Es gehe nicht darum, Verantwortlichkeiten auf die Jugendlichen zu verschieben. "Natürlich ist der Bereich Stadtgrün beteiligt, ohne ihn kann nichts laufen." Es gehe bei Patenschaften darum, Ideen für alte, renovierungsbedürftige Plätze zu entwickeln. Da seien Kinder und Jugendliche gefragt. Derzeit gibt es für Lübecker Spielplätze sechs Patenschaften, die etwa von einer Schule, einem Freizeitheim oder auch von Anwohnern übernommen wurden.

"Es geht nicht an, daß Kinder in Müll spielen, in Scherben und Papier", sagte Antje Jansen. Problematische Spielplätze, die, die besonders verdreckt sind, seien jeden Tag zu säubern. "Das sollten wir heute beschließen." Zudem befürworte sie ein Konzept für Patenschaften, da diese unterschiedlich aussehen können.

Sache der Hansestadt

Carl Wilhelm Howe, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte zum Thema Spielplatz und Patenschaft: "Das Säubern ist Sache der Hansestadt und nicht Sache der Eltern." Mit Patenschaften fielen Arbeitsplätze weg. "Demnächst vergibt die Kaufmannschaft Patenschaften für die Ordnung, dann haben wir auch noch eine Bürgerwehr", warnte Howe. Jansen stellte daraufhin klar, daß sie unter Patenschaften nicht putzen verstehe, sondern an die Gestaltung denke. Bei einer Enthaltung hat die Bürgerschaft schließlich beschlossen, das Thema an den Bauausschuß zu überweisen.

Die Pflege der Spielplätze fallen in den Verantwortungsbereich des Bereichs Stadtgrün, der sich derzeit um 232 Spielplätze kümmert (vor elf Jahren waren es noch 200). In zehn Jahren, von 1990 bis 2000, sind jedoch rund 20 Prozent mehr an zu pflegender Fläche hinzugekommen. Gleichzeitig sind im Bereich ein Fünftel weniger Arbeitskräfte angestellt.

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