Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 24. Mai 2013

Ausgabe vom 30. Oktober 2001

Start für Nordische Filmtage

Zahlreiche Regisseure zu Gast - Botschaften erstmals Schirmherren

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Ikìngut Ein Jugendfilm, der auch Erwachsenen gefallen dürfte.; Foto: NFL

Plakate an Häuserwänden und Trailer in den Kinos sind die Vorboten und machen seit Wochen neugierig auf das filmische Schaffen im Norden. Am Donnerstag, 1. November, beginnen sie: die 43. Nordischen Filmtage Lübeck. Fünf Tage lang wird die Hansestadt Lübeck im Zeichen der siebten Kunst stehen.

Rund 120 Filme unterschiedlichster Genres aus den nordischen und baltischen Ländern sowie aus Schleswig-Holstein sind im Programm. Sie geben Einblicke in das Leben, den Alltag mit seinen Geschichten, die Fiktionen und Visionen von Filmemachern. "Das Spielfilmprogramm ist eine wunderbare Mischung aus traditionellem, großen Erzählkino und innovativen, schrägen und neuen Erzählweisen", kündigt Linde Fröhlich an, die in diesem Jahr zum ersten Mal die künstlerische Leitung inne hat. Das Programm bietet sowohl Werke von Altmeistern wie Jan Troell, dem die Restrospektive gewidmet ist, und Bille August sowie auch neue Entdeckungen.

Abgesehen von der künstlerischen Leitung gibt es weitere Neuerungen. Schirmherren des Festivals, das die Hansestadt Lübeck, Bereich Kunst und Kultur veranstaltet, sind in diesem Jahr erstmals die Botschaften von Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden. "Darüber freue mich besonders", so Dr.Ada Kadelbach, Leiterin des Bereichs Kunst und Kultur. Schließlich sei dies eine offizielle Anerkennung des Festivals. Die Nordischen Filmtage Lübeck expandieren zudem: Als Reaktion auf den Besucherandrang - im vergangenen Jahr wurden 15 000 Zuschauer gezählt - flimmern erstmals die Streifen nicht nur im Cinestar Filmpalast Stadthalle über die Leinwand, sondern auch im Kino Hoffnung. Etliche Stars und Sternchen der nordischen Filmbranche haben ihr Kommen für das Spektakel angekündigt.

Unter den Gästen wird etwa Jan Troell sein, dem, wie gesagt, die Retrospektive gewidmet ist. Er zählt zu den bedeutendsten Regisseuren Schwedens.

Die 43. Nordischen Filmtage werden aus öffentlichen und privaten Mitteln finanziert. Von den rund 686 000 Mark, die sie in diesem Jahr voraussichtlich kosten, übernehmen Bund, Land und die Hansestadt Lübeck 57 Prozent, der Rest stammt von Partnern und Sponsoren. Die Hansestadt hat das Festival mit 138 000 Mark im Haushalt veranschlagt. "Nach wie vor ist es ein Low-Budget-Festival, wir liegen unter einer Million Mark", sagt Dr. Ada Kadelbach. Zwar sei das private Engagement im Vergleich zum vergangenen Jahr zurückgegangen, sie freue sich aber besonders über die 20 000 Mark, die der Freundeskreis der Nordischen Filmtage beigesteuert habe.

Kulinarisch und musikalisch gesehen steht Lübeck übrigens ebenfalls im Zeichen des Festivals: Restaurants haben angekündigt, ein NFL-Gericht zu kochen. Die Brazz Brothers, Schweden und Norweger, bringen Big-Band-Anklänge, Modern Jazz mit Folkelementen aus Skandinavien auf die Bühne.

Es werden sieben Preise an Filmschaffende vergeben: (NDR-Förderpreis, 25 000 Mark; Publikumspreis der Lübecker Nachrichten,5000 Mark; Baltischer Filmpreis; Kirchlicher Filmpreis, 2000 Mark; Dokumentarfilmpreis der IG Metall, 5000 Mark; Kinder- und Jugendfilmpreis der Nordischen Filminstitute und der Preis der Kinderjury, den das Jugendministerium Schleswig-Holstein stiftet, 5000 Mark.

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