Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 20. November 2001

Zehn Jahre und viele Projekte

Die g/a/b blickt auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurück

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Erfolgreiches Team: W. Hahn, K.Meyer-Schaale, Heide Moser und W. Baasch; Fotos (2): C. Kautz

Ein rundes Jubiläum feierte die Gemeinnützige Ausbildungs- und Beschäftigungs-Gesellschaft in der Hansestadt Lübeck, die den meisten wohl besser als g/a/b bekannt ist. Im November 1991 gründeten die Hansestadt Lübeck, der Kreisverband Lübeck der Arbeiterwohlfahrt und das Diakonische Werk Lübeck die Gesellschaft mit dem Ziel, Benachteiligten Wege in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

"Die Ideen der Gründer haben sich als tragfähig erwiesen", sagt Kenneth Meyer-Schaale, seit acht Jahren Geschäftsführer der g/a/b. Arbeitsamtschef Dr. Wolfgang Hahn überreichte ihm jetzt zur Erinnerung eine Mappe mit "historischen" Aktennotizen aus den Gründungstagen. Jedes Jahr verschafft die Gesellschaft rund 600 bis 800 Erwerbslosen eine Beschäftigung oder eine Ausbildung, rund ein Drittel davon findet den Weg in den orginären Arbeitsmarkt.

Die Wege dorhin sind genauso vielfältig wie die Benachteiligungen der zu Vermittelnden.

Nicht wenige Arbeitslose haben persönliche Probleme oder sind überschuldet - hier bietet die g/a/b Beratung und Hilfestellung. Arbeits- und Qualifizierungsangebote folgen, nach drei Monaten winkt ein auf ein Jahr befristeter Arbeitsvertrag. Danach besteht wieder ein Anspruch auf Arbeitslosengeld oder auf Förderung durch das Arbeitsamt, auf die Sozialhilfeempfänger sonst keinen Anspruch haben. Seit 1996 muß sich jeder Sozialhilfeantragsteller bei der g/a/b beraten lassen. Dem Antragsteller wird ein Arbeitsangebot gemacht. Wer das ohne Grund nicht annimmt, muß mit einer Kürzung der Sozialhilfe rechnen. In der Anfangszeit sprachen Kritiker von "Zwangsarbeit für Sozialhilfeempfänger", inzwischen ist diese Praxis als "Lübecker Modell" bundesweit anerkannt und mehrfach kopiert.

Beim "Tag der Innovationen" im Berliner Schloß Bellevue durfte sich 1998 die g/a/b sogar als eines von vier kommunalen Arbeitsmarktprojekten präsentieren. Und Ministerin Heide Moser schnappte ein Gespräch auf einem Bahnhof auf:Eine Frau erzählte von einer Stadt irgendwo im Norden, wo jeder Sozialhilfeempfänger sofort Arbeit bekäme, nur der Name dieser Stadt fiele ihr nicht ein. Die Ministerin konnte helfen - Lübeck hieße diese Stadt.

Das Lübecker Modell sei eine Art Solidarpakt im Kleinen, so Wolfgang Baasch, Mitglied des Landtages und Aufsichtsratsvorsitzender der g/a/b. Menschen, die lange Zeit arbeitslos waren, würden mit Hilfe der g/a/b in den zweiten oder aber direkt in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert. Dafür hat die g/a/b eine Vielzahl von Projekten umgesetzt - vom Warenhaus, das Sozialhilfeempfänger mit Hausrat, Möbeln und Renovierungsbedarf versorgt und 76 Arbeitsplätze schafft, bis zu Metallwerkstätten, einer Tischlerei und einem Yachtservice. Eine EDV-Abteilung setzt nicht nur gebrauchte Computer instand, sie gestaltet auch die Publikationen der g/a/b. Mit der Stadtbibliothek werden historische Bücher digitalisiert. Bei einem Besuch im Ausbildungspark Blankensee drehte Kanzler Gerhard Schröder eine Runde mit einem alten VW-Käfer , den Auszubildende restauriert hatten.

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