Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 27. November 2001

Fair handeln setzt sich durch

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Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter; Foto: C. Kautz

"... die schwere , aber verheißungsvolle Arbeit des Friedensstiften, kann langfristig allein dem Terrorismus den Boden entziehen", so würdigte Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter bei ihrem Besuch die Arbeit des "Welt-Ladens" in der Fleischhauerstraße.

Es müsse stärker als bisher gelingen, zu fairen Chancen im Welthandel und menschenwürdigen Lebensbedingungen zu kommen, und gerade diese gerechte Globalisierung vertreten der Weltladen und die Idee des Fair-Trade - spätestens nach den Ereignissen des 11. September seien diese Einsichten näher in das Bewußsein vieler Menschen gerückt.

Den fairen Handel, so die Übersetzung von "Fair-Trade", gibt es in Deutschland seit über 25 Jahren, auch der Lübecker Laden hat in den 70er Jahren in einer Garage im Hellgrünen Gang begonnen. Der Verkauf "fair gehandelter Produkte kommt den Erzeugern oder Produzenten in der "Dritten Welt", oft Klein- oder Kleinstunternehmen, direkt zugute, gewinnschmälernder Zwischenhandel wird soweit möglich vermieden. Manchmal entstehen sogar Kontakte zwischen den Anbietern und den Kunden. So schildern Kaffeearbeiter in Briefen ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen. Zahlreiche entwicklungspolitische und kirchliche Gruppen tragen und unterstützen das Konzept.

Kinder

"Für jedes Kind, das seine Kindheit nicht hinter einem Webstuhl verbringen muß, ist der faire Handel ein Gewinn", sagte Bärbel Wartenberg-Potter, die in den 70er Jahren, während ihrer Studienzeit in Stuttgart, selbst ein solches Projekt gegründet hat, das noch heute existiert.

Waren in der Anfangszeit des fairen Handels überwiegend Kaffee und Tee im Angebot, so sind es heute einige hundert Artikel. Neben dem Dauerbrenner Kaffee - heute zu 70 Prozent aus ökologischem Anbau - stehen exotische Gewürze, Reis, Honig oder Schokolade in den Regalen, zudem finden sich Teppiche, Tücher, Kunsthandwerk, Spielzeug und viele Dinge des täglichen Bedarfs.

Ein Beispiel sind Automodelle, die Haitianer aus farbenfrohen Abfallblechen herstellen. Auch bei Bischöfin Wartenberg-Potter hängt so ein Auto im Wohnzimmer über dem Klavier.

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