Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 27. November 2001

Keine friedliche Feier auf Kriegsschiff

Zu "Stunde der Begegnung - Ernsthaftigkeit statt Feier";SZ vom 13. November 2001

Als fraktionsloses Bürgerschaftsmitglied kritisiere ich die Wahl des Ortes der diesjährigen Stunde der Begegnung auf der Fregatte Lübeck. Angesichts des Krieges in Afghanistan ist es mehr als gedankenlos, die Stunde der Begegnung auf ein Kriegsschiff zu verlegen. Die Stunde der Begegnung ist als Weihnachtsfeier der Bürgerschaftsmitglieder und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung gedacht. Weihnachten hat doch etwas mit Frieden oder zumindest mit dem Wunsch nach Frieden zu tun - da ist ein Kriegsschiff der denkbar schlechteste Ort.

Es drängt sich mir der Gedanke auf, durch diese Feier instrumentalisiert zu werden. Ich lehne Krieg als Mittel der Politik ab. Zudem ist die Bombardierung des durch Bürgerkrieg und Hunger ausgemergelten Landes kein Weg, die Verbrecher des schrecklichen Anschlages in New York zu fassen. Die Leidtragenden des Krieges sind nicht die mutmaßlichen Täter, sondern die Zivilbevölkerung.

Ich kann Herrn Oertling nur bitten, den Ort der Feier noch zu verlagern. Ich gehe nicht auf das Kriegsschiff - auch wenn es Lübeck heißt.

Antje Jansen, Lübeck

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