Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 05. März 2002

Politisches Interessenspiel

Zu "Bausenator wechselt nicht zur Trave", SZ vom 5. Februar

Die öffentliche Herabwürdigung des Baudezernenten ist unwürdig. Die gleichzeitig in den Medien zitierte Anerkennung der unbestrittenen fachlichen Qualifikation des Bausenators offenbart, daß es sich bei der Diskussion um ein politisches Interessenspiel handelt. Der Bund Deutscher Architekten sieht sich aufgerufen, an die Verdienste von Herrn Dr. Volker Zahn zu erinnern. Viele Kritikpunkte an der Planungstätigkeit des Bausenators sind nicht seiner Legislaturperiode zuzurechnen. Dazu zählen die Debatte über die Verkehrsberuhigung und die Gestaltung des Kobergs.

Dafür scheinen herausragende Projekte der Stadtentwicklung, für die Dr. Volker Zahn verantwortlich zeichnet, in Vergessenheit zu geraten: Die Vollendung der Musik-und Kongreßhalle, die Generalsanierung des Theaters und die Aufstockung des Radisson Hotels; zum Teil preisgekrönte Wohnungsneubauten in allen Stadtteilen, zahllose Brückenneubauten im Bereich der Wasserflächen und Gleisanlagen der Deutschen Bahn; Durchbruch bei den Verkehrsprojekten A 20, B 207 Neu, Herrentunnel, Nordtangente; Baubeginn wichtiger Schlüsselprojekte wie Kunsthalle St. Annen, die media docks auf der nördlichen Wallhalbinsel, das Büro- und Geschäftshaus auf dem ehemaligen Grundstück der Post am Bahnhof und die kürzlich mit Icomos abgestimmten Büro-und Geschäftsbauten am Markt; Planung und Verabschiedung bedeutender Stadtentwicklungsplanungen für den Hochschulstadtteil, Skandinavienkai und die ehemalige Metallhütte.

Dr.Volker Zahn ist ein Stadtplaner und Baupolitiker von Rang und großem Verdienst. Hervorzuheben ist sein Eintreten für hohe Qualität. Wie schon anläßlich der Kommunalwahlen vor fünf Jahren wird erneut darüber diskutiert, ob auf eine Besetzung der Stelle des Baudezernenten mit einem Fachplaner ganz verzichtet werden könne. Aus der Sicht des BDA ist Wirtschaftsförderung und Liegenschaftsverwaltung durchaus eine Sache der Stadtplanung, jedoch nicht umgekehrt. Die Koordination und Führung der in einer Stadt dieser Größenordnung notwendigen hochqualifizierten Leiter der Fachbereiche muß in den Händen einer Fachpersönlichkeit liegen. Dies um so mehr angesichts der Verantwortung der Stadt als Weltkulturerbe.

Landesverband und Bezirks-gruppe Lübeck des Bundes Deutscher Architekten Schleswig-Holstein

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