Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 23. April 2002

Aufbruch ins neue Zeitalter

Media Docks eingeweiht - Simonis: Verknüpfung von Tradition und Innovation

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Bürgermeister Bernd Saxe: berwältigt von der Resonanz zur Einweihungsfeier; Foto: N. Neubauer

So viel Ehre für eine alte Scheune: In Scharen strömten am Freitagmorgen viele Männer in schickem Zwirn und ein paar Frauen in edlem Tuch auf die Nördliche Wallhalbinsel. Ihr Ziel: ein über 100 Jahre altes Gebäude. Das Gebäude - nicht irgendeines, sondern die Media Docks. Der ehemalige Getreidespeicher, der nun Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre unter seinem Dach vereint, ist am Freitag feierlich eingeweiht worden. Die Freude von Bürgermeister Bernd Saxe über den Andrang war groß: "Wir haben mit 400 Gästen gerechnet, jetzt haben sich 1200 angemeldet." Unter der Festgesellschaft waren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur Lübecks, Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Ministerpräsidentin Heide Simonis.

Saxe lobte in seiner Rede das Konzept der Media Docks, "das besser als andere sei" und hob die nur 14 Monate dauernde Bauzeit hervor: "Ich bin stolz, daß wir es bis hierher geschafft haben." Gerade weil es im Bereich der Wirtschaft und der neuen Medien Rückschläge gegeben habe. Saxe dankte dem Koordinierungsbüro Wirtschaft Lübeck (KWL), der Wirtschaftsförderung und der Landesregierung. Zudem sprach er der Politik und Verwaltung der Hansestadt Lübeck, den Stiftungen und Unternehmen seinen Dank für ihre Arbeit und ihr Engagement aus. "Die Media Docks sind mehr als ein schönes Gebäude in einer traditionsreichen Umgebung. Sie sind ein Stück Aufbruch in ein neues Zeitalter. Die Media Docks sind Symbol für den starken Willen Lübecks aus der Schlußlichtposition herauszukommen", sagte Saxe und verpaßte nicht die Gelegenheit, die zahlreichen Gäste zu animieren, sich für die Media Docks einzusetzen - als Mieter oder Förderer beispielsweise. Ministerpräsidentin Heide Simonis sagte: "Mit der Verknüpfung von alten Traditionen und Innovationen starten Sie in das digitale Zeitalter des 21. Jahrhunderts." Sie freue sich, dabei zu sein. Es sei richtig, heute die Menschen fit zu machen, um nicht morgen auf die Greencard zu setzen. Eine Konkurrenz zwischen den Media Docks in Lübeck und dem Multimedia Campus in Kiel sieht die Landeschefin nicht.

"Es werden unterschiedlich ausgerichtete Studiengänge angeboten, die sich hervorragend ergänzen", sagte Simonis. Das Land fördert die Media Docks mit 4,3 Millionen Euro.

Während Saxe und Simonis die Einweihung der Media Docks als Aufbruch in die Zukunft beziehungsweise ins 21. Jahrhundert bezeichneten, malte Thomas Groth, Chefvisionär bei SUN Microsystems in München, in seinem Redebeitrag schon einmal die Zukunft aus: Von miteinander kommunizierenden Waschmaschinen war die Rede, von einem Computer für Analphabeten und von Technologien, die dem Menschen und nicht Organisationen dienen sollen. Die Branche habe enorme Potentiale, meint Groth und führte an, daß nur ein Prozent der gesamten Menschheit einen Computer habe.

Nach den Visionen stellte Professor Michael Herczeg realitätsnah die International School of New Media (ISNM)vor. Jede Technologie habe man in ihren Anfängen und ihren Dimensionen kaum begriffen. "Die digitalen Medien verstehen wir allenfalls ansatzweise. Mit der ISNM und den Media Docks haben wir die Grundlage geschaffen, um die Prozesse zu verstehen." Es folgten verschiedene Fachvorträge, bevor am Abend der zweite Teil der Einweihungsfeier startete, zu der die ISNM geladen hatte.

Das Gebäude der Media Docks ist ein ehemaliger, 1898 von der Lübecker Kaufmannschaft gebauter Getreidespeicher, der nach dem Umbau eine Nutzfläche von 13 000 Quadratmetern bietet. Neben der ISNM, sind ein Gründerpark, ein Unternehmenspark, eine Forschungseinrichtung sowie ein öffentlich zugängliches Medienzentrum untergebracht.

Wettbewerb für Gründer

Dirk Gerdes, KWL-Geschäftsführer, wies bei der Einweihung darauf hin, daß noch Flächen zu vermieten sind. Junge Unternehmen haben zudem bis Ende Mai die Chance, sich um den Gründerpreis zu bewerben. Die Abgabefrist sollte Ende April ablaufen, ist nun aber verlängert worden. Weitere Informationen dazu im Internet unter

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