Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 23. April 2002

Macht des Handels

Holstentor Sonntag bis 21 Uhr geöffnet

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Eine Zigarettenpause ist drin, ansonsten arbeiten die Bauarbeiter für die Eröffnung am Sonntag auf Hochtouren. Der Eingang, der zu sehen ist, ist der alte im Norden.

Der Eingang zum Holstentor ist nun im Südturm und nicht wie bisher im Nordturm. Nicht die Stadtgeschichte der Hansestadt Lübeck steht im Mittelpunkt der Ausstellung, sondern die Hanse. "Die Hanse - Macht des Handels" ist in sechs Räumen zu sehen.

Der Rundgang beginnt thematisch mit dem Fernhandel. Gleich mit dem ersten Schritt tritt der Besucher ein in die Welt des mittelalterlichen Handels. Geruch von getrocknetem Stockfisch, der von der Decke baumelt, hängt in der Luft, zu Füßen eine Europakarte, die jene Orte kennzeichnet, mit denen die "Königin der Hanse" Handel trieb. Wie, mit was und mit wem lübsche Kaufleute Geschäfte machten, steht im Vordergrund. Der Besucher erfährt, daß Kaufleute in Fässern, dem damaligen Verpackungsmaterial, Stockfisch bis nach Afrika transportierten, Felle nach Rußland und Tuche nach Brügge. Die Handelsprodukte sind auch zu ertasten: Teilweise haben die Fässer Fühlkammern. Raum zwei widmet sich dem "Markt" und damit dem regionalen Handel. In dem mit Kopfsteinpflaster ausgestatteten Raum werden unter anderem Alltagsleben, Rathaus und die Ratsapotheke dargestellt. Es geht um Kaufleute, die als Ratsherren die Aufsicht über Maße und Gewichte haben, um niedere Gerichtsbarkeit und um Marzipan als Medizin.

Raum drei fokussiert die Schiffahrt, insbesondere Seekriege und Gefahren auf See. Neun unterschiedlich große Schiffsmodelle hängen wie ein riesiges Mobile von der Decke herab. Der Rundgang führt weiter zu Raum vier, in dem das Modell Lübecks zu sehen ist. Neu ist, daß Besucher per Knopfdruck herausragende Gebäude der Stadt beleuchten, Tafeln liefern die jeweiligen Informationen.

Die beiden letzten Räume widmen sich dem Holstentor. Zunächst geht es um die Bewaffnung damaliger Zeit und die Wehrhaftigkeit der Hansestadt. Den Abschluß der Ausstellung bildet die Rezeption des Monuments in heutiger Zeit. Wie Künstler wie Horst Janssen, Alfred Mahlau, Edvard Munch oder Andy Warhol das Wahrzeichen Lübecks gesehen haben, ist dargestellt, genauso wie seine Vermarktung durch Firmen.

Das Holstentor ist am Sonntag von 17 bis 21 Uhr geöffnet. Im St. Annen-Museum beginnt um 17 Uhr eine Einführung mit Vorträgen von Dr. Brigitte Heise und Dr. Hildegard Vogeler zur Konzeption der Ausstellung, Historiker Dr. Rolf Hammel-Kiesow referiert zudem zu "Macht des Handels".

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