Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 15. Juli 2019

Ausgabe vom 14. Mai 2002

Erich Mühsam und das Judentum

Neue Publikation über den Schriftsteller und Politiker

Die Nazis hatten sich viele Feinde auserkoren, vor allem aber Juden und Linke. Und Erich Mühsam war beides. In der Nacht vom 9. zum 10. Juli 1934 wird er im Konzentrationslager Oranienburg brutal ermordet. Über den Schriftsteller und Politiker ist nun eine neue Schrift erschienen.

Erich Mühsam stammt aus einer jüdischen Familie, seine Mutter war jüdisch, sein Vater ebenfalls. Sie waren Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Lübeck und ließen ihre Kinder am jüdischen Religionsunterricht teilnehmen. Erich Mühsam hat keinen engen Kontakt zur jüdischen Gemeinde gehabt. Aber er ist auch nicht ausgetreten aus dem Judentum. Die Erich-Mühsam-Gesellschaft hat jetzt ein neues Heft ihrer Schriftenreihe vorgelegt, das sich mit dem Verhältnis Erich Mühsams zum Judentum beschäftigt. Im ersten Teil der umfangreichen Broschüre sind einige wichtige Texte abgedruckt, in denen Erich Mühsam sich selber direkt oder indirekt zu seinem Verhältnis zum Judentum äußert, vor allem der 1920 in der "weltbühne" erschienene Aufsatz "Zur Judenfrage". Im zweiten Teil werden die Referate der zwölften Erich-Mühsam-Tagung, die im Mai vergangenen Jahres stattfand, dokumentiert. Sie erhellen unter anderem den Alltag jüdischen Lebens vor 100 Jahren in Lübeck.

"Erich Mühsam und das Judentum" ist in der Reihe Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft, Heft 21, erschienen. Zu haben für 15 Euro im Buddenbrookhaus oder im Buchhandel.

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