Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 18. Juni 2002

Frauen wollen mehr

Bestandsaufnahme: Lübeck ist keine Stadt fürs weibliche Geschlecht

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Frauenbeauftragte Elke Sasse (im Vordergrund) präsentiert die Bestandaufnahme. ; Foto: N. Neubauer

Obgleich rund 11500 mehr Frauen in der Hansestadt leben, ist Lübeck keine Stadt für Frauen. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme, die das Frauenbüro in Auftrag gab und nun als Broschüre herausgegeben hat.

Antje-Wibke Recksiek, Diplom-Politologin und Moderatorin, ging der Frage nach "Lübeck - eine Stadt für Frauen?". Es handelt sich dabei um keine wissenschaftliche Untersuchung mit repräsentativen Umfragen, sondern um "Bausteine für eine frauenpolitische Bestandsaufnahme", wie es im Untertitel der Broschüre heißt. Die Politologin wertete Expertinnenrunden, vier Zukunftswerkstätten, eine Fragebogenaktion und Interviews aus. Rund 200 Lübeckerinnen waren an dem Prozeß beteiligt.

Um eine Stadt für Frauen zu werden, muß sich einiges tun: So fordern die Frauen, daß die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert wird, indem die Kinderbetreuung unter drei Jahren ausgebaut wird und Arbeitszeiten flexibler werden. Frauen wollen sich nicht aus dem Bereich Wirtschaft ausklammern lassen und treten dafür ein, Unternehmen in Frauenhand zu stärken. Sie schlagen zudem einen Preis für frauenfreundliche Unternehmen vor. Verbesserungsbedarf sehen die befragten Frauen außerdem im Bereich Sicherheit, im Nahverkehr.

Nun müssen die Forderungen und Ergebnisse noch an jene Männer und Frauen gebracht werden, die Entscheidungsgewalt haben. Politiker jedenfalls sind bestens beraten, wenn sie ein Ohr für Frauen haben: Nach Angaben des Bereichs Statistik sind 53,9 Prozent der Wahlberechtigten in Lübeck weiblichen Geschlechts. Die Broschüre gibt es im Frauenbüro (Kanzleigebäude, Eingang Marienkirchhof).

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