Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 18. Juni 2002

Energiesparen im neuen Stadtteil

Hochschulstadtteil: Energiepaß soll Pfusch am Bau verhindern

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Zweite Info-Börse: Margret Wulf-Wichmann (HEG) erläutert Details der sozialen Infrastruktur im Hochschulstadtteil.; Foto: M. Peters

Der Wärmeschutz von Gebäuden genießt bei energiebewußten Bauherren aus zwei fundierten Gründen höchste Priorität: Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz. Wärmegedämmte Gebäude verursachen einen geringeren Energieverbrauch; reduzierter Wärmeverlust bedeutet geringere Kosten und gesteigerten Wohnkomfort. Wer sich zudem entschließt, alternative ressourcenschonende Energiequellen zu nutzen, wie zum Beispiel Solarenergie, den erwartet langfristig eine verminderte Abhängigkeit gegenüber Preisschwankungen der fossilen Energieträger auf dem Weltmarkt.

Das Energiekonzept für den Hochschulstadtteil Lübeck basiert auf diesen Erkenntnissen.

Es hat zum Ziel, durch den Einsatz von energiesparender Technik bei sehr guter energetischer Qualität der Gebäude, den gesamten Energieverbrauch im Stadtteil zu drosseln und die CO2-Emission zu verringern.

Kenndaten und Zertifikat

Um die Realisierung dieses Ziels zu sichern, sollen für die Bebauung bestimmte Standards gelten und diese entsprechend festgesetzt werden. Im Bebauungsplan können nur Lage und Höhe der Gebäude festgelegt werden, weitere bauphysikalische Anforderungen aber, die auch die Einhaltung bestimmter Kennwerte betreffen und die Förderungswürdigkeit der Baumaßnahme belegen, können in den Kaufverträgen verankert werden. Zur Sicherung der angeforderten Qualität sollen Messungen der Luftdichtigkeit kurz vor Fertigstellung der Gebäude vorgenommen und die Kennwerte in einem "Energiepaß" festgehalten werden. Vorhandene Mängel können dann relativ einfach behoben werden. Ein Pfusch am Bau soll damit, insbesondere zum Schutz des Bauherrn, verhindert werden.

Künftigen Bauherren empfiehlt die HEG, vor der Planung der künftigen Wohnstatt und bei der Kalkulation von langfristigen Wohnkosten, sich umfassend zu informieren: über die aktuellen Energieeinsparverordnungen, über bauphysikalisch optimales Bauen, über die Anforderungen für Niedrigenergiehäuser oder das Passivhaus, über den Einsatz von Sonnenkollektoren oder -anlagen, über das Heizen mit Erdgas / Fernwärme oder Nahwärme / Holzpelletanlagen und nicht zuletzt über energieeffiziente Haushaltsgeräte.

Der Energiepaß wird durch den verantwortlichen Architekt oder Ingenieur, der das Bauvorhaben betreut, ausgefüllt. Im Energiepaß werden die wesentlichen energetischen Kenndaten des Gebäudes zusammengefaßt und eine Klassifizierung ( nach Euro-Label) vorgenommen. Dokumentiert werden die Ergebnisse der Energiebilanz nach der Energieeinsparverordnung 2002 (EnEV):

- Für das Gebiet mit Erdgas / Fernwärme wird der Jahres-primärenergiebedarf auf maximal 80 kWh(m2a) begrenzt.

- Für das Gebiet ohne Gas- oder Nahwärmeversorgung wird der Jahresprimärenergiebedarf auf maximal 60 kWh/m2a (Niedrigenergiehaus) festgesetzt. Für den Passivhaus-Standard gelten maximal 15 kWh/m2a.

Die Übereinstimmung der Berechnung mit der Ausführung wird bestätigt und das Ergebnis der Luftdichtigkeit-Messung dokumentiert.

Förderung möglich

Der ausgefüllte Energiepaß dient als Qualitätszertifikat des Gebäudes. Bei Einhaltung der Vorgaben kann eine Förderung beantragt werden:

- Für Gebäude: (KfW-Programm zur CO2-Minderung) bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW - http://www.kfw.de )

- Für Solarthermie und für Heizung mit Holzpellets: (Marktanreizprogramm) bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA - http://www.bafa.de ).

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