Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. Juli 2019

Ausgabe vom 02. Juli 2002

Meine Zukunft als Sicherheitsfachkraft

Weiterbildungsregion Lübeck - Folge 5

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Der Musterschüler und die Organisatorin: Marco Klüver und Cornelia Schümann

Ein Held will der Mann nicht unbedingt sein. Aber Verantwortung, die hat er gesucht, und den Spielraum für eigene Entscheidungen. Ganz schön abgebrüht und gelassen für seine 25 Jahre wirkt er, dieser Marco Klüver, von Beruf "Sicherheitsfachkraft", IHK-geprüft, seit einem Jahr fest angestellt beim stadtbekannten "Lübecker Wachunternehmen".

Zurzeit wird er dort im Objektschutz eingesetzt. Er bewacht mit drei Kollegen im 12-Stunden-Schichtdienst Tag und Nacht Gebäude und Gelände eines Lübecker Unternehmens aus dem Ernährungsgewerbe. "Wir Sicherheitsleute sind heute Pförtner, Telefonzentrale und Wachmannschaft in einem", erklärt Klüver seinen Dienstalltag. Vor allem gelte es, durch bloße Anwesenheit - und auf Kundenwunsch auch durch gezielte Kontrollen - Diebstähle und den Zutritt Unbefugter zu verhindern. "Anders als im Klischee laufen wir dabei nicht mit Waffen durch die Gänge und über das Gelände", erzählt der Sicherheits-profi, "unsere Ausrüstung besteht vor allem aus Funkgerät und Taschenlampe. Wenn etwas passiert, melden wir das sofort der Zentrale und der Polizei - und spielen nicht gleich den Helden."

Quereinstieg mit Zukunft

Das hat der junge Mann mit der freundlichen Ausstrahlung auch so gelernt. Er gehört zu denen, die in Timmendorfer Strand bei der BSN-Akademie ihren IHK-geprüften Abschluss als Sicherheitsfachkraft gemacht haben. Diesen bundesweit anerkannten, einheitlichen Ab- schluss gibt es ausschließlich hier. BSN steht für "Baltic Safety Network", eine Unternehmens-gruppe, die deutschlandweit an der Professionalisierung in der Sicherheitsbranche arbeitet.

Cornelia Schümann ist an der BSN-Akademie für die Lehrgangsbetreuung zuständig. Die 24-jährige Bürokauffrau findet, Marco Klüver sei so eine Art Mus-terfall für die Absolventen der noch jungen Weiterbildung zur Sicherheitsfachkraft. "Rund 80 Prozent derjenigen, die diese fünfmonatige Ausbildung machen, sind Quereinsteiger auf der Suche nach einem Beruf mit Zukunft", fasst sie das Profil ihrer Teilnehmer zusammen.

So auch Marco Klüver: Er hat nach der Hauptschulzeit und dem Realschulabschluss an der Berufsfachschule in Lübeck Schriftsetzer gelernt, sich dann in anderen Regionen der Republik umgesehen und bei der Bundeswehr Dienst getan. Seine Freundin war es, die ihn nach Lübeck zurückholte und den Kontakt zur BSN-Akademie herstellte. "Ich habe hier erst einmal die Orientierungsmaßnahme zur geprüften Sicherheitskraft gemacht", berichtet Klüver, "und dabei habe ich gesehen, dass das der richtige Arbeitsbereich für mich ist." Dank der Förderung durch das Arbeitsamt konnte er anschließend die Fünfmonats-ausbildung machen und fand als Sicherheitsfachkraft sofort einen unbefristeten Job bei seinem jetzigen Arbeitgeber.

Ein neues Image

Für Cornelia Schümann ist Klüver einer, der durch sein Auftreten im Arbeitsalltag dazu beiträgt, das immer noch schwierige Image der Sicherheitsbranche zu verbessern: "Unsere Absolventen sind unsere Visiten- karten. Wir bilden hier gerade keine Amateur-Pförtner und Disco-Türsteher aus, die leider in der

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