Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 21. März 2019

Ausgabe vom 13. August 2002

"Eintracht" an Ort und Stelle

Unfallschaden an Puppenbrücke ist behoben - Neue Figur und Vase stehen wieder

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Gut gepolstert: Die neue Figur "Eintracht" ziert wieder die Puppenbrücke.; Foto: N. Neubauer

Die Puppenbrücke ist wieder ganz. Seit vergangenem Mittwoch hat das Bauwerk die Figur "Eintracht" und die fehlende Vase wieder. Daß der neue Schmuck aus Kunststein gelb ist und nicht wie die anderen Figuren grau, ist nicht etwa ein Fehler. "Durch die Umwelteinflüsse wird die Eintracht in ein paar Wochen genauso grau sein", sagte Thomas Purbs vom Natursteinwerk Rechtglaub-Werk, das mit der Sanierung der Brücke beauftragt war und die Figuren in Zusammenarbeit mit der Firma Ochsenknecht hergestellt hat.

Im Dezember des vergangen-en Jahres hatte ein Taxi die Puppenbrücke gerammt und stark beschädigt: Die Figur "Eintracht" war komplett zerstört, eine Vase zerborsten und ein großer Teil des Mauerwerkes war ebenfalls beschädigt worden. Ließ sich letzteres relativ schnell wieder reparieren, war das Herstellen der Figur samt Vase aufwendiger. Die Originale der Figuren der Puppenbrücke stehen seit Mitte der 80er Jahre im St. Annen-Museum, jene, die die Brücke zieren sind lediglich Repliken aus Kunststein. Um die Eintracht wiederherzustellen, mußten die Steinmetze zunächst eine Form aus Silikon schaffen, in die sie dann den Kunststein gossen. "Die Figur mußte dann aushärten und trocknen", erläuterte der Fachmann den Herstellungsprozeß.

"So einen Auftrag haben wir nicht alle Tage", sagte Firmeninhaber Andreas Wolf, der das Aufstellen der Figur - eine Millimeterarbeit per Kran - genauestens verfolgte. Das Kunststeinwerk betreut seit Anfang der 70er Jahre die Puppenbrücke. In der Vergangenheit hat sich übrigens gezeigt, daß Schäden oft aufs Konto von Vandalen gehen.

So stürzten Randalierer 1978 den römischen Krieger - damals war es noch das Original - von seinem Sockel. Fünf Jahre später mußte der Krieger noch einmal dran glauben, als Unbekannte ihm einen Arm brachen. Merkur, dem unbekannte Spaßvögel den Geldsack geklaut hatten, wurde im gleichen Jahr restauriert. Ein Jahr später, 1984, bauten Wolfs Mitarbeiter alle Originalfiguren ab, die seither im Hof des St. Annen-Museums stehen, und stellten Abgüsse aus Kunststein her, die sie ein Jahr später aufstellten. Eine Figur ist übrigens nicht aus künstlichem Stein, sondern aus echtem: Neptun war vor 13 Jahren nach Fotos hergestellt worden.

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