Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 08. Oktober 2002

Global denken - lokal handeln?

Zum Ende der Klimaschutzleitstelle

Seit den Höchstständen des Elbehochwassers sind erst wenige Wochen vergangen, viele der Betroffenen sind noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt und die finanzielle Regulierung der immensen Schäden hat gerade erst begonnen.

Die Bilder der überfluteten Städte und Dörfer entlang der Elbe haben Entsetzen ausgelöst und in vielen Fällen zu tätiger Hilfe angerührt. Bundespolitiker aller Parteien zeigten Präsenz und forderten mehr für den Schutz der Umwelt zu tun.

Unter den Klimawissenschaftlern herrscht weitgehend Konsens über die Ursachen der beobachteten Klimaveränderungen. Die Bundesregierungen haben unter anderem mit den Wärmeschutz und Energieeinsparverordnungen notwendige Schritte zur Einsparung fossiler Energie und damit zur Reduzierung der C02-Emissionen im Bereich der Gebäude eingeleitet. Allerdings ist eine Reduzierung der klimaschädigenden C02-Emissionen nur erreichbar, wenn global gedacht und dann auch lokal gehandelt wird.

Auch die Stadt Lübeck handelte: 1998 gehörte die Stadt Lübeck zu den bundesweit nur 20 Kommunen des Projekts: "Umweltwirksamkeit kommunaler Agenda-21-Pläne zur nachhaltigen Entwicklung" mit der Zielsetzung das lokale Handeln im Klimaschutz zu konkretisieren.

Am 1. September 2002 hat die Hansestadt Lübeck ihre bis dahin erfolgreich arbeitende Klimaschutzleitstelle geschlossen. Damit zieht sich die Hansestadt Lübeck zurück aus der Bürgerinformation und der Bürger-Beratung zum Thema Klimaschutz/Energieeinsparung. Auch die, von der Klimaschutzleitstelle initiierten Projekte zur Energieein-sparung bei den kommunalen Gebäuden in Lübeck werden nicht weitergeführt.

Global denken - lokal handeln?

In der LN vom 21.August 2002 schreibt ein Leser bezogen auf die Schließung der Klimaschutzleitstelle der Hansestadt Lübeck: " ... Der städtische Geldhahn wird abgedreht. Eigentlich doch paradox, dass hier ein paar Tausend Euro pro Jahr fehlen, wenn man bedenkt, daß allein die gesamten Schäden der aktuellen Flutkatastrophe in Sachsen nach Schätzungen der Experten mit ungefähr 15 Milliarden Euro beziffert werden." Dem ist nichts hinzuzufügen. Was bleibt ist die Frage an unsere Kommunalpolitiker: Wie geht es denn nun weiter mit dem Klimaschutz in Lübeck?

Professor Dr.-Ing. Strähle,

Lübeck

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