Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 21. April 1998

Das ,,Geständnis'' war eine Ente

Das vermeintliche Geständnis eines Mecklenburgers, er habe zusammen mit Freunden die Asylbewerberunterkunft in der Hafenstraße angezündet, ist eine Fälschung. Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Am Dienstagabend hatten die Lübecker Nachrichten (LN) bundesweit verbreitet, möglicherweise hätten doch Rechtsradikale den Brand am 18. Januar 1996 gelegt, bei dem zehn Menschen ums Leben gekommen waren. Dies gehe aus einem anonymen Fax hervor.

Die LN berichteten in ihrer Mittwochsausgabe in großer Aufmachung von dem Fax-,,Geständnis'' und druckten den gefälschten Text in vollem Wortlaut ab, obwohl im Kommentar bereits Zweifel an der Echtheit anklangen. Einen Tag später kam das LN-Dementi: Es handele sich um eine Fälschung. Daß die Sensationsstory eine Ente war, wurde bundesweit bislang kaum wahrgenommen.

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