Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 25. März 2003

Demos für den Frieden

Lübecker protestieren gegen Irak-Krieg - Stadtspitze verurteilt Militärschlag

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Zahlreiche Lübecker und Lübeckerinnen demonstrierten in den vergangenen Tagen gegen den Irak-Krieg; im Bild die Demo vom Donnerstag.; Foto: N. Neubauer

Weltweit protestieren Menschen gegen den Irak-Krieg und verurteilen das Handeln der Amerikaner als Bruch des Völkerrechts. Nicht anders in Lübeck: In der Hansestadt demonstrierten in den vergangenen Tagen Hunderte gegen die Kriegshandlungen der Amerikaner im Nahen Osten und setzten sich für Frieden ein. Am Donnerstag waren nach Schätzungen der Polizei rund 700 Lübecker und Lübeckerinnen einem Aufruf des Friedensplenums gefolgt und beteiligten sich an einem Marsch durch die Altstadt. Vertreter diverser Parteien, darunter die Grünen, die Sozialdemokraten und die PDS, Vertreter der Gewerkschaften, Mitglieder der alternativen Szene, Friedensaktivisten sowie Pastoren schlossen sich dem Zug an. Im Anschluß an die Demonstration versammelten sich zahlreiche Lübecker und Lübeckerinnen in St.Marien, um für Frieden zu beten. Zudem läuten seit Freitag täglich um 18 Uhr die Kirchenglocken.

Am vergangenen Sonnabend forderte abermals das Friedensplenum die Bevölkerung auf, sich für das Ende des Krieges einzusetzen. Unter dem Motto "Nein zum Krieg - Ja zum Frieden" kamen wieder hunderte Bürger am Holstentorplatz zusammen und bildeten eine menschliche Kette durch die Altstadt.

Auch Stadtpräsident Peter Oertling und Bürgermeister Bernd Saxe sind besorgt über den Irak-Kriegs: "Wir sind enttäuscht, daß die diplomatischen Bemühungen zur friedlichen Entwaffnung des Iraks am Ende gescheitert sind und die amerikanische Regierung sich ohne Votum der UNO zum Angriff auf den Irak entschlossen hat", heißt es in einer Erklärung. Es sei nicht hinnehmbar, Krieg als ultima ratio der Politik zu tolerieren. Ohne Zweifel sei das Regime im Irak verbrecherisch, aber demokratische Staaten sollten dazu angehalten sein, mit den Mitteln des Völkerrechts und nicht mit dem Recht des Stärkeren das Unrechtsregime zur Rechenschaft zu ziehen. Saxe und Oertling warnen zugleich vor Ressentiments gegenüber amerika-
nischen und britischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen. Sie fordern dazu auf, Muslime nicht auszugrenzen und zu diskriminieren: "Lübeck ist stets eine Stadt der Weltoffenheit und Toleranz gewesen."

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