Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 01. April 2003

Kommunalpolitiker verabschiedet

Stadtpräsident ehrte 29 Bürgerschaftsmitglieder - Harnack seit 33 Jahren dabei

Lübecks Stadtpräsident Peter Oertling hat am Donnerstag mit einem Empfang im Audienzsaal die mit Beendigung der Wahlperiode 1998 - 2003 und während dieser Wahlperiode bereits ausgeschiedenen Bürgerschaftsmitglieder geehrt. Auch Oertling selbst wurde geehrt - von Peter Sünnenwold, dem designierten Stadtpräsidenten der Wahlperiode 2003 bis 2008.

Oertling dankte den Damen und Herren Kommunalpolitikern, von denen einige auf viele Jahre, manche, wie Charlotte Harnack, sogar auf mehrere Jahrzehnte engagierter ehrenamtlicher Tätigkeit zurückblicken: "Sie haben all' Ihre Kraft, Ihre Ideen und Energie dem öffentlichen Wohl - wie es so schön heißt - gewidmet und viele Stunden im Dienste der Lübecker Bürgerschaft, dem obersten willensbildenden Organ, verbracht." Ausscheiden, so der scheidende Stadtpräsident, heiße Abschied nehmen. "Abschied nehmen von einer vertrauten Umwelt für die, die gehen. Es heißt aber auch für die Umwelt: Menschen verlieren, um Menschen ärmer werden, die ihr etwas bedeutet haben. "Wenn Sie Ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Lübecker Bürgerschaft beenden, dann können Sie die Gewißheit mitnehmen, daß Sie nicht nur ein geachteter Mensch sind und einer von 49 gewählten Bürgern, die den Willen der über 215000 Einwohner unserer Stadt in der Bürgerschaft verantwortlich vertraten. Sie haben auch als Kollegen dieses Gremiums hohen Anteil daran, daß Freundschaften begründet wurden und die Achtung vor dem politisch anders denkenden Mitglied der Bürgerschaft gewachsen ist."

Oertling erinnerte in seiner Rede an die lange kommunale Selbstverwaltung in Lübeck: Bereits 1201 wurde urkundlich vermerkt, daß in Lübeck ein Rat Entscheidungen fällt. Es ist sogar die älteste städtisch-autonome Selbstverwaltung Deutschlands.

Nachdenklich sprach der Stadtpräsident ein aktuelles Problem an: Viele würde "in der Stadt" eine abstrakte und anonyme Organisation sehen, an die man Ansprüche stellt und die für sie zu sorgen hat. Es müsse daher die Frage erlaubt sein: "Was ist unsere Stadt? Zunächst ist die Stadt in der Demokratie ein Verbund, den die freien Bürger miteinander eingehen und dem bestimmte Aufgaben übertragen sind. Die Stadt muß für die verschiedensten Dinge sorgen und erhebt dafür Abgaben. Die städtischen Aufgaben sind jedoch begrenzt. Die Stadt soll nur solche Aufgaben übernehmen, die sonst nicht - etwa durch andere Zusammenschlüsse oder Vereinigungen oder durch den einzelnen - erfüllt werden könnten."

Süßer Trost

Mit einem Buch über die Geschichte der Ostsee und einem Marzipan-Präsent - Oertling: "als süßer Trost für die Ehepartner" - wurden geehrt:Inge Büttner, Kai Burmeister, Bärbel Derlin, Christa Gieseler, Charlotte Harnack, Wolfgang Halbedel, Albert Hofmeister, Jörg Hundertmark, Antje Jansen, Lothar Koch, Rudolf Lichtenhagen, Grita Lübeck, Dieter Möller, Peter Oertling, Andrea Ohm, Manfred Sawalich, Manfred Schrupkowski, Hans-Jürgen Schubert, Ilse Schumacher, Brigitte Stratmann, Wolfgang Stolz, Peter Thieß, Jürgen Traut, Wolfgang Franck, Hermann Junghans, Gabriele Hiller-Ohm, Gunhild Duske, Ida Mußmann, Jutta Scheicht.

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