Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 29. April 2003

Sterbende sind nicht allein

Lübecker Hospizbewegung steht auch Familienangehörigen bei

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Mechthild Wiese; Foto: N. Neubauer

Eigentlich, sagt Mechthild Wiese, sei die Lübecker Hospizbewegung keine Selbsthilfegruppe. Jedenfalls nicht im engen Sinne. In erster Linie wollen die Mitglieder anderen und eben nicht sich selbst helfen. `Die Mitglieder im Verein haben sich mit dem eigenen Tod und dem Sterben beschäftigt. Das ist ihre Motivation da mitzuarbeiten. Aber wir betrachten uns nicht als Selbsthilfegruppe', so Wiese. Mechthild Wiese engagiert sich seit sechs Jahren für den ge-meinnützigen Verein, seit drei Jahren hauptamtlich als Geschäftsführerin.

Die Lübecker Hospizbewegung gibt es seit elf Jahren. Der Verein gründete sich, um Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht allein zu lassen. `Wir wollen den Betroffenen das Sterben zu Hause ermöglichen', nennt Wiese ein Ziel des Vereins, der heute 222 Mitglieder zählt. 75 sind aktiv dabei und begleiten Sterbende. Im vergangenen Jahr waren es 224 Personen, die von Mitgliedern der Lübecker Hospizbewegung begleitet wurden. Die Fälle sind unterschiedlich, manchmal dauern sie Tage, ein anderes Mal nehmen sie Monate in Anspruch. Dabei geht es nicht nur darum, den Sterbenden eine Hilfe zu sein, sondern auch darum, Angehörige zu entlasten und zu stützen. `Familienangehörige brauchen manchmal das beratende Gespräch mit einer außenstehenden Person', meint Wiese, die mehrfach schon Sterbende begleitete. Da die Begleitung Sterbender eine hohe psychische Belastung bedeutet und besondere Kenntnisse erfordert, werden die ehrenamtlichen Helfer in einjährigen Kursen ausgebildet. Die Ausbildung umfaßt Wochenendseminare und Abendveranstaltungen zu medizinischen und pflegerischen Themen sowie Besuchsdienste in Alten- und Pflegeheimen.

SELBSTHILFE

In der Hansestadt Lübeck gibt es rund 170 Selbsthilfegruppen. Jeden ersten Montag im Monat bietet Irene Machmar von KISS (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, Gesundheitsamt) in der Bürgerinformation, Breite Straße 62, von 15 bis 17 Uhr eine Sprechstunde für Interessierte an, in der sich eine Gruppe vorstellt, am Montag, 5. Mai, ist es die Lübecker Hospizbewegung.

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