Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 17. Juni 2003

Ein starker Norden

Ole von Beust und Bernd Saxe unterzeichneten Vertrag zwischen Hansestädten

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Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust und Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe am Tag der Vertragsunterzeichnung; Foto: Staatliche Pressestelle Hamburg

Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg und der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck haben am vergangenen Dienstag im Hamburger Rathaus einen Städtevertrag unterzeichnet. Die `Vereinbarung über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und der Hansestadt Lübeck' soll die schon heute engen und vertrauensvollen Beziehungen zwischen den Hansestädten vertiefen.

Mit dieser neuen Form des Städtevertrages tragen Hamburg und Lübeck den veränderten internationalen Standortbedingungen Rechnung: Im Zuge globalisierter Wirtschaftsstrukturen und der fortschreitenden europäischen Integration gewinnen Wirtschaftsregionen zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund dient die Vereinbarung neben der Stärkung von Wettbewerbsvorteilen gegenüber konkurrierenden Regionen der Realisierung von Synergiepotentialen und Effizienzsteigerungen auf Verwaltungsebene. Auch Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch spielen künftig eine größere Rolle in den Beziehungen.

`Der Standortwettbewerb der Zukunft wird weniger zwischen Staaten, sondern vielmehr zwischen Regionen ausgetragen. Die Metropolregion Hamburg und Lübeck müssen sich deshalb national wie international gemeinsam positionieren', sagte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU). Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) ergänzte: `Schon heute ist Lübeck Hamburgs Tor zur Ostsee. Mit Hamburg gewinnt die Hansestadt einen starken Partner im internationalen Wettbewerb. Wir können auf mehreren Feldern kooperieren: Neben dem Hafen sind das die Bereiche Verkehr, Häfen und Tourismus, aber auch Wissenschaft und Forschung - überall dort können wir gemeinsam viel bewegen.'

Nach der besiegelten Vereinbarung wird es regelmäßige, abwechselnd in Hamburg und in Lübeck stattfindende Treffen der Bürgermeister beider Städte geben. Der Meinungsaustausch soll dazu dienen, sich gegenseitig über den Stand und die Perspektiven der Zusammenarbeit auszutauschen und Fragen gemeinsamen Interesses zu besprechen. Bestandteil der Vereinbarung sind Arbeitsprogramme, mit denen die Hamburger Behörden und die entsprechenden Stellen der Lübecker Stadtverwaltung aufgefordert werden, auch unter Hinzuziehung privater Akteure oder gesellschaftlicher Institutionen, konkrete Kooperationsvorhaben zu entwickeln.

Nachfolgend einige Beispiele für Kooperationsfelder zwischen Hamburg und Lübeck:

Politikplanung: Hamburg und Lübeck werden in der zweiten Jahreshälfte gemeinsam eine "Internationalisierungsstrategie" für die Metropolregion formulieren.

Verkehrsinfrastruktur: Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der norddeutschen Region wird unter anderem eine Zusammenarbeit bei überregionalen Verkehrsverbindungen angestrebt.

Häfen: Geprüft werden soll, ob sich durch einen Ausbau der Kooperation zwischen dem Ostseehafen Lübeck und dem Containerhafen Hamburg Synergieeffekte realisieren lassen.

Umwelt: Durch eine Intensivierung der Zusammenarbeit beziehungsweise eine Institutionalisierung der Kooperation zwischen den Entsorgungsbetrieben Lübeck und der Hamburger Stadtentwässerung könnten sich beidseitig Synergieeffekte ergeben.

Tourismus: Im Hinblick auf die Werbung ausländischer Touristen sind Kooperationspotentiale vorhanden. Aber auch im Bereich des innerdeutschen Tourismus wäre eine weitergehende Kooperation sinnvoll, die dazu beiträgt, in- und ausländische Touristen länger im norddeutschen Raum zu halten.

Wirtschaftsentwicklung und Gesundheitswirtschaft: Im Bereich der Gesundheitswirtschaft, beispielsweise Medizintechnik und Gesundheitstourismus, bieten sich Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit. Beide Hansestädte streben an, ihre Wettbewerbsstärke als Kompetenz-
zentren für Medizintechnik auszubauen.

Wissenschaft und Forschung:Die Hochschullandschaft sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein steht vor einer Umstrukturierung. Aufgrund der finanziellen Engpässe im Bildungs- und Wissenschaftsbereich liegt der komplementäre Aufbau von Studien- und Aufbaustudiengängen nahe, um die gesamte Palette an hochqualifizierter Ausbildung zu erhalten beziehungsweise auszubauen. So hat die Erichsen-Kommission, die die schleswig-holsteinische Hochschulland-
schaft unter Effizienzaspekten untersuchte, in ihrem kürzlich vorgelegten Bericht den Lübecker Hochschulen eine Zusammenarbeit mit den Hamburger Hochschulen empfohlen. Die Behörde für Wissenschaft und Forschung hat im Rahmen der Umsetzung der Empfehlungen der Dohnanyi-Kommission den Auftrag erhalten, Kooperationen beziehungsweise Schwerpunktsetzungen mit Hochschulen in Schleswig-Holstein zu entwickeln.

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