Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 17. Juni 2003

Häusliche Gewalt: Die Karte für den Notfall

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Die Notfallkarten gibt es in drei Sprachen; Foto: N. Neubauer

"Nur Mut": Damit Betroffene wissen, wo sie Hilfe finden

Wenn Polizisten zu einem Einsatz in Zusammenhang mit häuslicher Gewalt gerufen werden und den Eindruck haben, daß der Ehemann auch morgen wieder zuschlagen könnte, dürfen sie vom Wegweisungsrecht Gebrauch machen. Das heißt, bis zu zwei Wochen dürfen sie ihm verbieten, die gemeinsame Wohnung aufzusuchen. Der Mann muß sich dann fernhalten von Frau und Kind. `Die Frau kann sich in diesen zwei Wochen klar werden, was sie möchte. Sie kann die ersten gerichtlichen Schritte einleiten', sagt Silke Nürnberg, Präventionsbeauftragte der Polizeiinspektion Lübeck. Seit Ende Dezember des vergangenen Jahres handhabt die Polizei in Lübeck das so, 17mal hat sie die Wegweisung bereits ausgesprochen. Seit vergangenen Dienstag geben die Beamten nun den betroffenen Frauen zugleich etwas an die Hand: Sie verteilen bei ihren Einsätzen Kärtchen mit der Aufschrift `Nur Mut'. Die Karten, zusammengeklappt nicht größer als eine Visitenkarte, gibt es in deutscher, polnischer und türkischer Sprache. Sie enthalten Telefonnummern von Insitutionen und Einrichtungen, die Frauen helfen: AWO-Frauenhaus, Autonomes Frauenhaus, Frauennotruf, Biff, Frauenkommunikationszentrum Aranat und die der Polizei. Der Kriminalpräventive Rat der Hansestadt Lübeck finanzierte den Druck der 3000 Notfallkarten mit 800 Euro.

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