Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 22. September 2019

Ausgabe vom 15. Juli 2003

Sachlicher Hintergrund der "Rüge"

V.i.S.d.P: Dr. Michaela Blunk

FDP

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Autorin: Dr. Michaela Blunk

Bürgermeister und Senator wollten sich bei ihrem Plausch "draußen vor der Tür" nicht stören lassen. Im Saal wurde das liberale Dauerthema "Elbe-Lübeck-Kanal" behandelt. Ein FDP-Antrag, dem sich die SPD ange- schlossen hatte, forderte: Der Bürgermeister solle sich dafür einsetzen, dass die Stadt die Demonstrationsfahrt eines mit Containern beladenen Binnenschiffes mitfinanziert (knapp 20.000 Euro insgesamt), wenn die übrigen Vorteilsnehmer eines "lebendigen" Kanals ihren Teil beisteuern würden. Es kam eine Frage auf, die nur die beiden Herren beantworten konnten.

Deshalb wurden sie in den Saal gerufen - mit dem bekannten, ärgerlichen Ergebnis. Wenige Wochen vorher hatte nämlich die Stadt - ebenfalls auf Drängen und Antrag der FDP - einen parlamentarischen Abend in Berlin durchgeführt. Den Verantwortlichen dort sollte klargemacht werden, dass der Kanal mindestens so in den endgültigen Bundesverkehrswegeplan kommen müsse wie es der Entwurf vorsah.

Zahlreiche Interessenten und Idealisten verstärkten auf eigene Kosten die offizielle Lübecker Delegation. Wir sind uns einig: Es darf nicht länger sein, dass zwar "einige" Tonnen Sand zur Sand World 2003 wieder "brav" per Binnenschiff an die Ostsee kommen, während aber z.B. die Tausende Betonelemente für den Herrentunnel auf tausenden von LKW transportiert werden. Die Demonstrationsfahrt soll den Kanal insbesondere ins Bewusstsein der Befrachter bringen, die seit Jahrzehnten fast ausschließlich die Straßen überlasten, aber kaum die Wasserstraßen benutzen. Von der Bürgerschaft sollte das gemeinsame Signal ausgehen, dass Politik und Verwaltung in Lübeck den umweltfreundlichen Binnenwasserweg fördern. Wenn ausgerechnet der Bürgermeister und der zuständige Senator ihre Gleichgültigkeit demonstrieren, schadet das der Sache - auch wenn der Antrag mit den Stimmen von FDP, SPD und CDU angenommen wurde.

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