Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. Juli 2019

Ausgabe vom 04. November 2003

Festival der Rekorde

Filmtage endeten mit Preisverleihung - Knapp 20 000 Besucher - So viele wie noch nie

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Schauspielerin Natalia Wörner und Peter Dresewski (re.) vom Landesfunkhaus des NDR bergaben Kinoverleiher Stefan Paul den NDR-Förderpreis. Linde Fröhlich moderierte die Preisverleihung im Cinestar. Fotos (2): okPress

Mit der Preisverleihung und dem im Anschluß gezeigten Abschlußfilm sind am Sonntagabend im Cinestar Filmpalast die 45. Nordischen Filmtage Lübeck (NFL)zu Ende gegangen. "Es war ein Festival der Rekorde und der guten Stimmung", sagte Linde Fröhlich, künstlerische Leiterin der NFL, bei der Preisverleihung. Mit 18 500 Besuchern und 1200 Gästen bei der Eröffnungsgala in der Musik- und Kongreßhalle schreibe das Filmfestival Rekordzahlen. Noch nie seien so viele Schauspieler, Regisseure und Produzenten an die Trave gekommen, noch nie seien bei den NFLso viele Debütfilme gezeigt worden. "Die gute Stimmung der Eröffnung hat sich über die Tage bis zum Abschluß gehalten. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung", meinte Fröhlich in dem vollbesetzten Kinosaal. An der Preisverleihung nahmen unter anderem die diplomatischen Vertreter Norwegens, Estlands und Finnlands teil, Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) sowie Kultursenatorin Annette Borns (SPD). "Vier spannende Tage voller Höhepunkte gehen zu Ende", hatte Borns zuvor in ihrer Rede gesagt. Sie nannte das Publikumsinteresse grandios und lobte den Schwerpunkt des Filmfestivals. "Das inhaltliche Profil, Lübeck als Tor zum Norden und vom Norden, ist wieder deutlich geworden."

Acht Preise wurden vergeben. Der mit 12 500 Euro dotierte NDR-Förderpreis ging an den dänischen Film "Arven" (Das Erbe/Inheritance) von Per Fly. Arven sei einfühlsam inszeniert, er brilliere mit sparsamen Mitteln, so die Begründung der Jury. Jurymitglied Natalia Wörner und Peter Dresewki (Landesfunkhaus des NDR) übergaben Stefan Paul (Arsenal Filmverleih) stellvertretend den Preis. Mit dem Publikumspreis der Lübecker Nachrichten wurde "Himmelfall" (Der Himmel stürzt ein / Falling Sky) von Gunnar Vikene ausgezeichnet (2500 Euro); den Baltischen Filmpreis erhielt Salmer fra kjøkkenet (Kitchen Stories) von Bent Hamer; den Kinderfilmpreis der Nordischen Filminstitute "Fia og klovnene" (Fia!) von Elsa Kvamme. Der mit 2500 Euro dotierte Kirchliche Filmpreis ging an "Pahat pojat" (Bad Boys / Bad Boys - A True Story) von Aleksi Mäkelä; der Dokumentarfilmpreis der IG-Metall, ebenfalls mit 2500 Euro dotiert, an "Kun en tysker" (Bloß ein Deutscher / Only a German) von Søren Lindbjerg. Weiterhin zeichnete die Kinderjury "Ulvesommer" (Wolfssommer) von Peder Norlund aus (2500) und die Jury der Videowirtschaft "Fia og klovnene" (Fia!) von Elsa Kvamme (5000 Euro). Überschattet wurde das Ende der Filmtage durch die Nachricht vom Tod Bernd Plagemanns. Plagemann verstarb am Sonntag 64jährig in Hamburg. Er hatte in den 70er und 80er Jahren die künstlerische Leitung des Festivals inne.

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