Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 05. Mai 1998

Besser als sein Ruf?

April zeigte sich 1998 von seiner schlechten Seite

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Abwärtstrend: Nur 93 Stunden Sonne wurden in den vergangenen 30 Tagen verzeichnet; SZ-Grafik

Er ist unstet, wechselhaft und verregnet: dieser Ruf eilt dem April voraus. Ist er vielleicht doch besser als sein Leumund? Für die 30 Apriltage dieses Jahres verzeichnete die Meßstation des Deutschen Wetterdienstes in Blankensee 68,9 Millimeter Niederschlag und nur 92,7 Stunden Sonne. Dies ist mit Abstand der verregnetste April seit Jahren.

In den vergangenen sieben Jahren gebärdete sich der April zumindest nicht schlechter als alle anderen Monate. Von 1991 bis 1997 hatte er fast immer weniger Niederschlag und mehr Sonne zu bieten als der Durchschnitt. Nur 1992 fiel aus dem Rahmen: damals wurden im April 60 Millimeter Niederschlag verzeichnet, während für alle zwölf Monate durchschnittlich nur rund 52 Millimeter gemessen wurden. Zudem lugte die Sonne im April '92 eher selten durch die Wolkenschichten: 132 Stunden. Im Jahresdurchschnitt zeigte sie sich 145 Stunden im Monat.

Die Lübecker Bevölkerung wurde im April des Folgejahres für entgangene Sonnen- und vorsaisonale Badefreuden entschädigt: 1993 fiel so wenig Regen wie selten in diesem Monat. Es waren nur 21 Millimeter, während im Jahresdurchschnitt monatlich fast das Dreifache, nämlich 70,75 Millimeter, vom Himmel herunterprasselte. Die Sonne strahlte aus allen Knopflöchern - genau 216 Stunden lang.

Das seit 1991 sonnigste Jahr für Lübeck war 1995 (1750 Stunden), das trockenste war 1996, als nur 507,9 Millimeter gemessen wurden. 1997 fiel das Meßsystem zeitweise aus, so daß die gesamte Sonnenscheindauer des vergangenen Jahres nicht gemessen werden konnte.

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