Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 05. Mai 1998

Die Zeche zahlt der Zeitungsleser

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Die LN vom 27. April im Ausriß

Die Meldung aus dem Lübecker Rathaus, daß die Sanierung der städtischen Finanzen auf einem guten Weg ist und Bürgermeister Michael Bouteiller schon in zwei Jahren wieder mit einem ausgeglichenen Haushalt rechnet, hat nicht nur Bewunderung ausgelöst. "Die Zeche zahlt der Bürger", schlagzeilte Lübecks einzige "überparteiliche" und "unabhängige" Tageszeitung und erweckte bei der Leserschaft den Eindruck, Bouteillers Sanierungskonzept sei unsolide und beruhe auf Täuschungen. In Wirklichkeit kämen bislang unbekannte Belastungen auf die Bürger zu.

Diese Unterstellung hat Bouteiller energisch zurückgewiesen. "Die Berichterstattung ist der Sache nicht dienlich und beruht auf objektiv unwahren Tatsachenbehauptungen", heißt es in einem Schreiben an die LN. "Sie ist grob sinnentstellend und demotiviert alle diejenigen, die sich bemühen, für die Bürger den Haushalt zu sanieren."

Die Bitte, die unwahre Berichterstattung zu korrigieren, notfalls auch in Form eines Leserbriefes, wurde von der Chefredaktion rundweg abgelehnt.

Deshalb sei an dieser Stelle noch einmal auf die zutreffende Berichterstattung der SZ hingewiesen. Die Sanierung des Haushaltes basiert auf Ein-sparungen von rund 50 Millionen Mark in drei Jahren, die im wesentlichen durch ein anderes Kostenbewußtsein der Mitarbeiter erreicht werden. Die Behauptung der LN, daß die Ein- sparungen "durch weitere Gebührenerhöhungen" finanziert würden, ist eindeutig falsch. Richtig ist vielmehr, daß von den 15 Millionen Mark an Ein-sparungen für das Jahr 1999 lediglich zwei Millionen auf zusätzliche Gebühreneinnahmen entfallen.

Dies sind rund 900 000 Mark aus dem Friedhofsbereich und rund eine Million Mark Wassergeld. Diese Erhöhungen hatte der Landesrechnungshof seit längerem angemahnt.

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