Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 17. Juli 2019

Ausgabe vom 05. Mai 1998

Die Spannung wird erträglich

Zehn neue Schaltfelder für das Umspannwerk St. Jürgen

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Kolossale Schaltfelder; Foto: M. Erz

Zehn von insgesamt 31 neuen Schaltfeldern für das Umspannwerk St. Jürgen wurden am vergangenen Donnerstag auf dem Gelände des Wasserwerkes Wakenitz angeliefert. Damit beginnt der zweite Bauabschnitt der Erneuerung der Schaltanlage. Ende Oktober soll der Umbau abgeschlossen sein. Die Kosten für das Projekt betragen rund drei Millionen Mark.

Schaltanlagen in Umspannwerken sorgen dafür, die mit einer verlustarmen Hochspannung von 110 000 Volt herangeführte Energie zu verteilen, nachdem die Spannung zuvor durch einen Transformator auf eine Mittelspannung von 10 000 Volt herabgesetzt wurde. Mit dieser Spannungsebene werden die vielen Trafostationen im Stadtgebiet versorgt, die wiederum die Spannung auf "Steckdosenspannung", also auf 230/400 Volt transformieren.

15 Tonnen Gesamtgewicht

Vom Umspannwerk St. Jürgen werden über 10 000 Haushalte in den Stadtteilen St. Jürgen, Strecknitz und Blankensee bei einer Spitzenleistung von rund 20 000 Kilowatt mit elektrischer Energie versorgt.

Jede der zehn am Donnerstag gelieferten Einheiten hat das stattliche Gewicht von 1,5 Tonnen - insgesamt also 15 Tonnen. Für die Anlieferung mit Hilfe von Tiefladern mußte ein Teil der Rückwand des Gebäudes entfernt werden. Die Erneuerung der sich seit mehr als 30 Jahren in Betrieb befindlichen Mittelspannungs-Schaltanlage ist notwendig, weil sie nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entspricht - es sind auch keine Ersatzteile mehr zu bekommen.

Ein weiterer Faktor ist die Verbesserung der Betriebssicherheit:Früher baute man sogenannte offene Anlagen, in denen die spannungsführenden Teile sichtbar waren. Inzwischen sind die Anlagen, wie der Fachmann sagt, "gekapselt und geschottet". Falls ein sogenannter Lichtbogen (Kurzschluß) entstehen sollte, sind die Mitarbeiter besser geschützt. Außerdem benötigen die neuen Anlagen weniger Platz, so daß bei Bedarf Raum vorhanden ist für eine Erweiterung der Schaltanlage.

Die Erneuerung wurde in drei Bauabschnitte gegliedert, um eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der Kunden auch während der Bauphase zu gewährleisten.

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