Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. Juli 2019

Ausgabe vom 09. März 2004

Schüler im Rathaus empfangen

Jugendliche sammelten für Kriegsgräber-Fürsorge - 15 400 Euro

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Luise Voget und Julia Glaser erzielten das drittbeste Ergebnis.

Rund 250 Schüler und Schülerinnen von acht Schulen machten sich im November drei Wochen auf den Weg, um in den Straßen der Altstadt mit einer Blechbüchse fremde Menschen anzusprechen und sie um eine Spende für die Kriegsgräberfürsorge zu bitten. Das Engagement hat sich gelohnt: Stadtpräsident Peter Sünnenwold (CDU) hat die eifrigsten Sammler nun im Rathaus empfangen, Ernst Lissina vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge übergab den Besten Urkunden und Rucksäcke. Außerdem dürfen die Sieger von einem Marineboot aus eine Regatta der Kieler Woche verfolgen.

Der Einsatz hat sich auch in anderer Hinsicht gelohnt: "Das war eine gute Erfahrung", meinen Luise Voget und und Julia Glaser, Schülerinnen von der Ernestinenschule. "Es war richtig kalt, aber es hat Spaß gemacht, die Leute anzusprechen." Viele Leute hätten sich in ein Gespräch verwickeln lassen und sich erklären lassen, warum die Mädchen für die Kriegsgräberfürsoge sammeln. "Es war spannend, manche erzählten uns von den Bombenangriffen", sagte Luise. In diesem Jahr wollen die beiden, die den drittbesten Sammlerplatz belegten und fast hundert Euro zusammenbekamen, wieder dabei sein.

Die jüngste Haus- und Straßensammlung der Kriegs-gräberfürsorge brachte insgesamt knapp 15 400 Euro ein - fast 1000 Euro mehr als im Jahr 2002. Allein die Schüler, die sich an der Aktion beteiligten, sammelten knapp 4500 Euro. Am meisten Geld bekamen Sirije Debertshäuser und Marie Schneider vom Johanneum (156,56) zusammen, das Sammlertrio Lena-Franziska Kling, Vanessa Hoffmann und Mia Valerie Jessen, ebenfalls Schüler des Johanneums, erzielten 127,67 Euro.

Den Rest der Gesamtsumme spendeten der Vorstand des Volksbundes, die Bundeswehr und Einzelspender. Mit dem Geld werden Kriegsgräberstätten in Rußland geschaffen.

"Es ist ein sehr gutes Zeichen, daß sich so viele junge Menschen zur Verfügung stellen, um in ihrer Freizeit für einen guten Zweck zu sammeln", lobte Stadtpräsident Peter Sünnenwold die Schüler bei dem Empfang am vergangenen Mittwoch. Der Stadtpräsident hob in seiner Rede die Bedeutung des Ehrenamts hervor, er dankte dem Engagement der Kriegsgräberfürsorge, der es darum gehe, das Gedenken an die Opfer zu bewahren. Auch Ernst Lissina bedankte sich bei den Schülern: "Es ist ein hartes Brot, Geld zu sammeln. Aber man lernt dabei viel." An dem Empfang nahm auch der ehemalige Stadtpräsident Peter Oertling teil, denn er hatte 15 Jahre lang die Sammelaktion begleitet.

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