Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 16. Juli 2019

Ausgabe vom 09. März 2004

"Eine ganz besondere Atmosphäre..."

Literaturnobelpreisträger Günter Grass unterstützt Bewerbung der Hansestadt

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Unterstützt die Bewerbung: Nobelpreisträger Günter Grass

Zwölf Prominente unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche unterstützen die Hansestadt Lübeck bei ihrer Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2010: Günter Grass ist dabei. Der Literaturnobelpreisträger ist mit der Hansestadt auf ganz besondere Weise verbunden: Seit neun Jahren hat er sein Büro in der Hansestadt, seit anderthalb Jahren ist dem Literaten und bildenden Künstler ein ganzes Haus gewidmet: Das Günter Grass-Haus in der Glockengießerstraße befaßt sich mit künstlerischen Doppelbegabungen. "Ich fühle mich mit meiner Arbeit hier gut aufgehoben", sagte Günter Grass bei der Einweihung des Forums für Literatur und bildende Kunst im Oktober 2002.

Geboren ist Günter Grass zwar 1927 nicht in Lübeck, aber in einer Stadt, die etwas mit Lübeck gemein hat: in Danzig, auch eine Hansestadt. Der spätere Nobelpreisträger besuchte dort die Volksschule und das Gymnasi-um, zog dann 1944 und 1945 als Soldat in den Krieg. Bevor Grass nach Ende des Krieges zu Schreiber und Papier griff, machte er eine Lehre als Steinmetz, studierte im Anschluß an der Düsseldorfer Kunstakademie, zog Mitte der 50er Jahre nach Berlin, wo er an der Hochschule für Bildende Künste bei dem Bildhauer Karl Hartung lernte. 1955 erhielt Grass einen ersten Preis für seine schriftstellerischen Leistungen: Für das Gedicht "Lilien aus Schlaf" bekam er den dritten Preis im Lyrikwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks.

Ausstellungen von Plastiken und Grafiken und Aufführungen verschiedener Ballettstücke folgten. 1959 erschien der erste Roman Grass', "Die Blechtrommel", es folgten die Novelle "Katz und Maus", der Roman "Hundejahre", "Der Butt", "Die Rättin" und "Ein weites Feld". 1995 bezog der Schriftsteller sein Sekretariat in Lübeck, ein Jahr später erhielt er den Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck. Drei Jahre später bekam Günter Grass den Literaturnobelpreis - vierzig Jahre nach Erscheinen seines ersten Romans.

Die Hansestadt Lübeck, so meint der Literat in Zusammenhang mit der Bewerbung zur Kulturhauptstadt, habe eine unentdeckte Substanz. Es sei das Kulturelle, aber auch das Republikanische der Stadt, etwas, das auch anderen freien Reichsstädten anhaftet: "Freie Hansestädte haben eine ganz besondere Atmosphäre."

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