Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 05. Mai 1998

Stichwort

Bei der Urwahl war die Stadt in vier, das Landgebiet in sieben Wahlbezirke eingeteilt. Gewählt wurde mit Stimmzettel. Die Wähler eines jeden Bezirks wählten auf jede Vollzahl von 500 Seelen der Bevölkerung einen Wahlmann - zusammen 82 Wahlmänner; im Marien-Quartier bei 7045 Einwohnern 14 Wahlmänner, in Travemünde bei 1635 Einwohnern drei Wahlmänner.

Die Wahlhandlungen fanden in der Zeit von 9 bis 13 Uhr statt, für die vier städtischen Wahlbezirke war die Börse im Rathaus der Wahlort. Wahltage waren vom 26. bis 29. April.

Parteien gab es damals noch nicht, gleichwohl bildeten sich in der kurzen Zeit "Privat-Commitees", die ihren "Mitbürgern" Kaufleute, Gewerbetreibende und Gelehrte zur Berücksichtigung bei den Wahlen empfahlen.

Die höchste Wahlbeteiligung mit 57,14 Prozent wurde in Moisling (Hof und Dorf) registriert. Von den 189 Wahlberechtigten gingen 108 zur Wahl. Die in Moisling wohnenden Juden beteiligten sich fast vollständig an der Wahl, denn sie waren zum ersten Mal gleichberechtigt. Im Jacobi-Quartier wählten von 1230 Wahlberechtigten nur 147 (= 11,95 Prozent), im Marien-Magdalenen-Quartier war die Beteiligung sogar noch geringer.

Von den gewählten 82 Wahlmännern gehörten 45 dem oberen Bürgertum an: 16 Akademiker, 29 Kaufleute, Fabrikanten oder Hofbesitzer, 37 Krämer, Handwerksmeister oder Gärtner.

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